Letzte Aktualisierung: 02.12.2020

#AyudaUnaFamiliaWayuu-Kampagne

02.04.2020, Hamburg/La Guajira

Derzeit wird alles durch die Corona-Pandemie beeinflusst und natürlich geht das auch nicht an der BUKO vorbei. Gerne würden wir auch hier stärker darauf eingehen, aber auch unsere Arbeitsstruktur ist derzeit eingeschränkt. Und natürlich erreichen uns auch zahlreiche Solidaritätsaufrufe, die wir gar nicht alle weiterleiten können. In diesem Fall haben wir uns aber dafür entschieden den Solidaritätsaufruf der Wayuu aus der Guajira zu verbreiten, denn er kommt direkt von Aktivist*innen, mit denen wir vor 2 Jahren eine Rundreise durch Deutschland organisiert hatten.

Es ist ja gar nicht so leicht in diesen Tagen, nicht die ganze Zeit irgendwelche Petitionen, Aufrufe oder Spendenkampagnen rumzuschicken. Zum einen, da die Leute mehr Zeit haben und andere Formen des Protests schwieriger geworden sind, zum anderen, da es ja auch momentan ganz schön viel Scheiß gibt.

Dennoch: einige werden sie kennen: Jaqueline von den Fuerza de Mujeres Wayuu aus Kolumbien, aus der Steinkohleregion Wayuu im Nordosten Kolumbiens, hat sich bei uns gemeldet.

Die Situation der Wayuu im Nordosten Kolumbiens ziemlich verheerend ist, nicht nur, dass viele Indigene nun ihre oft informellen Tätigkeiten nicht mehr nachkommen können, sondern auch, dass sie dem Virus noch viel mehr ausgesetzt sind als bspw. Europäer*innen. Ist ja auch eine koloniale Erfahrung.

2017 waren die drei auf einer Rundreise durch Deutschland, in vielen Städten gab es Veranstaltungen, einige von uns kennen sie persönlich. Daher möchten wir somit ihren Aufruf teilen (siehe unten). Auf der Seite http://notiwayuu.blogspot.com/2020/03/ayudaunafamiliawayuu.html gibt es noch einige Informationen und einen link, mit dem mensch leicht eine Spende (perpaypal o.ä.) überweisen kann.

 

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Die Fuerza de Mujeres Wayuu selbst schreibt zu den Hintergründen:

Vielleicht haben Sie von Dingen gehört wie: die Verschmutzung durch die Kohleförderung in Cerrejón. Oder vielleicht haben Sie von der Dürre in La Guajira und dem Tod von mehr als 5.000 Wayuu-Kindern gehört. 5.000 Menschen, einschließlich älterer Menschen, die nicht nur an Durst und Krankheiten im Zusammenhang mit Unterernährung gestorben sind, sondern auch an Atemwegserkrankungen leiden

Das Immunsystem der Wayuu, die in diesem Gebiet leben, ist durch schlechte Ernährung, Wassermangel und Kontamination beeinträchtigt. Die Covid-19- oder CoronaVirus-Pandemie, die sich auf der ganzen Welt ausgebreitet hat, lauert mit größerer Gefahr auf das Volk der Wayuu. Wir wollen nicht, dass eine weitere Generation unseres Volkes stirbt. Die Haupteinnahmequellen der Wayuu-Gemeinden hängen von informeller Arbeit ab. Diese Menschen arbeiten als Straßenverkäufer, Lebensmittelverkäufer, Haushaltshilfen oder verkaufen Kunsthandwerk. Für einen Tag Arbeit kann eine Wayuu-Familie zwischen 3.000 und 5.000 Pesos pro Tag erhalten, was dem Gegenwert von 0,73 Cent und einem Dollar entspricht. Während der Quarantäne zur Verhinderung der Ausbreitung des Coronavirus sind Menschen, die von ihrem Tagesverdienst leben, dem Hunger oder der Pandemie ausgesetzt.

Wir sind die Fuerza de Mujeres Wayuu.

Unsere Aufgabe ist es, die Probleme zu benennen, die in unserem Gebiet bestehen.

Wir sind eine indigene Organisation, die seit 16 Jahren ihre Bemühungen auf die Verteidigung der Menschenrechte, den Schutz des Wassers und der Mutter Erde zum Wohle der Menschheit und insbesondere unseres Volkes, des Wayuu-Volkes, konzentriert.

Mit den Mitteln, die Sie für die #AyudaUnaFamiliaWayuu-Kampagne spenden, werden wir Lebensmittel an Wayuu-Familien liefern, die nicht zur Arbeit gehen können und die von ihrem täglichen Einkommen leben. Mit Ihrer Spende riskieren Wayuu-Familien nicht ihr Leben im Kampf gegen Hunger und Durst. Mit Ihrer Spende werden wir die Dringlichkeit der Nahrungssuche während der von der Regierung verordneten Quarantäne als Maßnahme zur Prävention und Eindämmung der Covid-19 abfedern."