Letzte Aktualisierung: 19.11.2019

Mali - Zivilgesellschaft und Migration zwischen Klimawandel, staatlicher Willkür und Korruption, bewaffneter Konflikte und sog. UN-Friedensmissionen

17.11.2019, Rostock

Alassane Dicko aus Bamako, aktiv bei der malischen Sektion von Afrique-Europe-Interact berichtet über die Situation in Mali.

Mali war einst ein kulturell und wirtschaftlich bedeutendes Land, gelegen an einer wichtigen Handelsroute von der Westafrikanischen Küste nach Nordafrika. Heute ist Mali einer der ökonomisch ärmsten Staaten der Welt und eines der Haupttransitländer von Migrant*innen aus Westafrika, die nach Europa wollen - unter ihnen auch viele Malier*innen selbst. 2012/2013 wurde der Norden des Landes von bewaffneten (dschihadistischen) Gruppen besetzt. Im Anschluss gab es immer wieder gewaltsame Konflikte in verschiedenen Regionen des Landes. In jüngerer Zeit ist es – trotz UN-Präsenz mit deutscher Beteiligung und Friedensabkommen – mehrfach zu Massakern an Zivilist*innen gekommen.

Malis Wirtschaft beruht in der Hauptsache auf Landwirtschaft, Fischerei und dem Export von wertvollen Bodenschätzen, wovon die Bevölkerng allerdings kaum profitiert, sondern  korrupte Eliten und die Länder Europas – insbesondere Frankreich. In zunehmendem Maße wirkt sich auch der Klimawandel existenzgefährdend und bedrohlich aus. In den letzten Wochen haben massive Überschwemmungen durch klimabedingte Zunahme von Starkregen unter anderem im Office du Niger Teile der Ernte vernichtet und Lehmhütten zerstört. Zudem ist durch die heftigen Überflutungen die Zahl der Mücken und somit der Malaria-Infektionen stark angestiegen.

Aktivist*innen von Afrique Europe Interact aus Deutschland und Mali werden über die derzeitige Situation informieren – auch über die dramatischen Folgen des Klimawandels in der Sahelzone -  und Wege der Solidarität aufzeigen.

Rostock: 17. November 2019, 18:30 Uhr, Newcomercafé, Budapester Str. 12