Letzte Aktualisierung: 19.09.2019

Massenprotest, Straßenblockaden und Repression bei der Minga im Südwesten Kolumbiens

22.3.2019, Kolumbien

Seit letzter Woche kommt es im Südwesten Kolumbiens zu Massenprotesten. Unter anderem werden in vier Departamentos Hauptverkehrswege durch zehntausende Protestierer*innen blockiert. Der Verkehr kommt nicht mehr durch. Zentraler Akteur dabei ist der Consejo Regional Indigena del Cauca (Indigener Regionalrat des Cauca, CRIC). Das Kaffeekollektiv Aroma Zapatista verkauft u.a. solidarisch gehandelten Kaffee und Espresso von der Kooperative der CRIC und informiert über die Auseinandersetzungen in Kolumbien.

Die indigene Bewegung des Cauca hat zu einer "Minga" aufgerufen - dem indigenen Wort für Gemeinschaftsarbeit, das mittlerweile in Kolumbien zum Sinnbild für gemeinsamen Protest geworden ist. Die Forderungen der Minga sind direkte Verhandlungen mit dem Präsidenten, ein Ende der Mordwelle gegen indigene und andere politische Aktivist*innen, die Umsetzung des Friedensvertrags zwischen FARC-Guerilla und Regierung sowie die Erfüllung von mehr als 1.000 nicht erfüllten Abkommen und Verpflichtungen, die die Regierung gegenüber dem CRIC und anderen Organisationen eingegangen ist.

Der kolumbianische Präsident Iván Duque hat sich bisher geweigert, zu Verhandlungen zu den Protestierenden zu kommen. Stattdessen hat seit Beginn der Woche eine starke Repression durch die Aufstandsbekämpfungseinheiten ESMAD, die Polizei und das Militärs begonnen.

Das Kaffeekollektiv Aroma Zapatista hat einen Artikel zu den Ereignissen von der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit des CRIC übersetzt. Außerdem findet ihr bei amerika21.de zwei Artikel zur Minga: "Indigene in Kolumbien im Generalstreik" (16.3.2019) und "Weitere Verletzte und ein toter Polizist bei Protesten von Indigenen in Kolumbien" (20.3.2019). Auf der Website des CRIC findet ihr weitere aktuelle Infos auf Spanisch.

wenn ihr mehr über die CRIC erfahren wollt, dann könnt ihr euch auch den neuen, kostenlosen Comic: Reise ins Territorium der Super-Emanzipation - Zu Gast beim CRIC bestellen.

Der Comic führt anschaulich in die indigene Bewegung des Cauca/Kolumbien ein, die sich im Consejo Regional Indigena del Cauca (Indigener Regionalrat des Cauca, CRIC) organisiert. Christian Diaz (Zeichnungen) und Anita Starosta (Text) beschreiben darin die Reise deutscher Aktivist*innen in die indigenen Selbstverwaltungsgebiete.

Der Comic wurde kostenlos vom Kaffeekollektiv Aroma Zapatista veröffentlicht, das solidarisch gehandelten Kaffee und Espresso der indigenen Bewegung des Cauca verkauft. Bestellt gerne Comics zum Auslegen in eurem Infoladen, Café, kulturellen Zentrum und so weiter.