Letzte Aktualisierung: 19.09.2019

Aufruf zur Prozessbeobachtung! Gerechtigkeit für Suruc! Gerechtigkeit für alle!

9.-13.2.2019, Türkei

Aufruf der AvEG-Kon (Konföderation der unterdrückten Migranten in Europa) zur Prozessbeobachtung der Prozesse zu dem Anschlag in der türkischen Stadt Suruc. Dort waren am 20.Juli 2015 bei einem Anschlag des IS 33 Jugendliche getötet. Ziel des Anschlages war ein Treffen von Aktivist*innen zur Unterstützung beim Wiederaufbau in Rojava.

 Gerechtigkeit für Suruc! Gerechtigkeit für alle!

Unter diesem Motto fordern die Familien und Freunde der 33 Jugendlichen, die am 20. Juli 2015 durch einen IS-Anschlag in der Stadt Suruc in der Türkei (an der Grenze zu Syrien) ermordet wurden, Gerechtigkeit. Sie gründeten die „Initiative der Suruc Familien“ und führen am 20. eines jeden Monats Mahnwachen durch, um über das Massaker und das Gerichtsverfahren zu informieren.

Über 300 Jugendliche hatten einem Aufruf der SGDF (Föderation der Sozialistischen Jugendvereine) gefolgt, um nach Kobane in Rojava zu fahren und dort beim Aufbau zu helfen. Die Stadt Kobane war lange vom IS belagert und wurde auch vom IS total zerstört. Während der Presseerklärung im Kulturzentrum Amara in Suruç verübte die IS in Zusammenarbeit mit der AKP-Regierung einen Bombenanschlag durch einen Selbstmordattentäter. 33 hauptsächlich junge Menschen verloren ihr Leben, mehr als 100 wurden verletzt.

Der Bombenanschlag von Suruç war der Beginn einer Reihe von weiteren Bombenanschlägen und Massakern in Ankara, Istanbul, Cizre, Sur, Silopi, Gever und Roboski. Städte wurden zerstört, die Menschen wurden in ihren Kellern lebendig verbrannt.

Die Verantwortlichen im Zusammenhang mit den Massakern wurden nicht zur Rechenschaft gezogen. Bisher kam nur eine Person mit einer Geldstrafe davon. Der durch die Angehörigen und Anwälte erzeugte Druck führte schließlich zum Einleiten des Verfahrens und wird in der Provinzstadt Hilvan geführt, um die Öffentlichkeit fernzuhalten. Am 22. November war der 7. Prozess und wieder ohne Ergebnis vertagt. Fortschritte in dem Verfahren gibt es nicht.

Die Initiative der Angehörigen sucht nach internationaler Unterstützung und lädt demokratische und fortschrittliche Initiationen und Menschen dazu ein, am nächsten Prozess am 12. Februar 2019 als BeobachterIn teilzunehmen.

Programm für die Delegation zur Prozessbeobachtung:

  9. Februar 2019:  Ankunft in Istanbul

10. Februar 2019: Konferenz unter dem Motto: Wir werden nicht aufgeben!

       Opfer und Zeugen haben das Wort.

11. Februar 2019: Pressekonferenz im türkischen Parlament in Ankara

12. Februar 2019: Teilnahme am Prozess in Hilvan (bei Urfa)

13. Februar 2019: Rückflug (nachmittags)

 

PS: Wer am 13. Februar nicht zurückfliegen muss, könnte am 14. Februar in Istanbul den Prozess gegen den Kölner Journalist Adil Demirci beobachten.

Kontakt für weiteren Fragen: Baki Selcuk,

Tel: 0049 152 540 750 69,     E-Mail: aveg-kon@hotmail.com

 

AvEG-Kon

Konföderation der unterdrückten Migranten in Europa