Heckler & Koch blockieren

08.10.2021, Oberndorf

Inmitten der schwäbischbadischen Idylle werden bei Heckler & Koch und Rheinmetall in Oberndorf Waffen produziert, die in der ganzen Welt morden. Deutsche Firmen sind sowohl Ausrüster als auch Profiteure weltweiter Kriege. Daher ruft das Bündnis "Rheinmetall entwaffnen" zu einem Aktionstag auf.

War starts here, let’s stop it here!

Das Bündnis "Rheinmetall entwaffnen" lädt herzlich zu ihrer diesjährigen Aktion am 8.10
in Oberndorf am Neckar ein. Dort wollen sie gemeinsam Heckler & Koch blockieren - aber es gibt auch
einen Rheinmetall-Standort in dem Städchen, der Potential für Aktionen bietet. Ihre Aktion sehen sie als Zeichen praktischer internationaler Solidarität, denn sie  beziehen sich auf die Freiheitskämpfe in vielen
Teilen der Welt, wie u.a. den der Zapatistas. Deren Delegation wird auch in den kommenden Tagen in Europa ankommen. Sie würden sich freuen, wenn ihr zu ihrer Aktion kommen und mobilisieren würdet. Gerne könnt ihr eure Themen und Kämpfe thematisieren und euch dafür den Raum nehmen.

Das Bündnis ist auch ansprechbar für Fragen, Infomaterial, Kritiken oder ähnliches.

Auf ihrem Blog findet ihr weitere Informationen finden und auch den Aufruf in
Englisch, Spanisch, Französisch und Italienisch.



Aktuelle Infos des Bündnis "Rheinmetall entwaffnen" gibt es auch hier:

Blog: https://rheinmetallentwaffnen.noblogs.org/
Twitter: https://twitter.com/REntwaffnen
Instagram: https://www.instagram.com/rheinmetallentwaffnen/
Facebook: https://www.facebook.com/RheinmetallEntwaffnen/

 

Hier der Aufruf auf Deutsch:

Die Idylle trügt – den Kriegsprofiteur Heckler & Koch blockieren
Wenn wir an den Schwarzwald denken, denken wir an einen Ort der Entspannung, in der mensch die
Nähe zur Natur erleben, die Ruhe auf sich wirken lassen kann. Ein Ort, der von Kuckucksuhren und
vom friedlichem Leben im Dorf geprägt ist. Doch die Idylle trügt: Inmitten dieser schwäbischbadischen
Idylle werden bei Heckler & Koch und Rheinmetall in Oberndorf Waffen produziert, die in
der ganzen Welt morden. Der wichtigen Losung „Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus!“ hat die
deutsche Kriegsindustrie schon lange den Kampf angesagt. Deutsche Firmen sind sowohl Ausrüster als
auch Profiteure weltweiter Kriege.

War starts here, let’s stop it here!

Deshalb werden wir am 8. Oktober 2021 gemeinsam mit vielen Menschen die Waffenindustrie in
Oberndorf blockieren. Wenn wir die Kriegsindustrie stören, ist das ein Zeichen internationaler
Solidarität. Hiermit werden wir Teil des globalen Widerstandes und stellen uns gemeinsam gegen die
Unterdrückung eines ausbeuterischen und zerstörerischen Systems.

Geschichte von Heckler & Koch
Die Firma Heckler & Koch wurde 1949 von Edmund Heckler, Theodor Koch und Alex Seidel
gegründet. Alle drei waren bereits in der NS-Zeit in die Rüstungsindustrie involviert. Dabei waren sie
mitverantwortlich für den Einsatz von Zwangsarbeiter:innen, von denen viele an den Folgen von Folter
und den unmenschlichen Arbeitsbedingungen starben. Die Beteiligung der Gründer an den Verbrechen
des Nazi-Regimes wurde und wird von dem Unternehmen nicht aufgearbeitet.
Heute werden Kriegswaffen von Heckler & Koch von unterschiedlichsten Parteien in Konflikten
überall auf der Welt eingesetzt. Sie morden im Jemen und Irak, in Mexiko, Brasilien und Sudan, und an
vielen Orten mehr. Dabei umgeht Heckler & Koch bewusst die wenigen und unzureichenden
Exportbeschränkungen der BRD. Nicht nur in Kriegen außerhalb der BRD, sondern ebenso hier vor Ort
sehen wir beunruhigende Tendenzen. So werden trotz unzähliger rechtsextremer Skandale die Etats für
Polizei und Bundeswehr immer weiter erhöht und diese u.a. mit Waffen von Heckler & Koch
ausgerüstet. Auch die Bundesregierung ist wieder auf den Geschmack der Militarisierung gekommen
und fördert ihre Produzenten vor Ort, während mit neuen Polizei- und Versammlungsgesetzen immer
mehr Rechte der Bevölkerung eingeschränkt werden.

Rheinmetall in Oberndorf
Neben dem Werk von Heckler & Koch gibt es auch ein Werk von Rheinmetall Defence in Oberndorf.
Dieser Standort ist ein ehemaliges Werk von Mauser, dem bekannten Hersteller von Gewehren. Durch
dessen Übernahme erweiterte Rheinmetall seine Kompetenzen bei Maschinenkanonensystemen. Die
Panzer und Waffensysteme des Konzerns sind ebenfalls in Konflikten weltweit im Einsatz, dabei macht
Rheinmetall auch keinen Halt vor Lieferungen an Staaten, die im Jemen, in Rojava oder im Sudan
Krieg führen.
Somit ist Rheinmetall als Deutschlands größter Rüstungskonzern aktiver Motor im zerstörerischen
Räderwerk von Ausbeutung, Krieg und Abschottung. Dieses Geschäft mit dem Tod wollen wir sichtbar
machen und stören.
 

Feminismus und Natur
Die patriarchale und kapitalistische Mentalität, deren Produkte die Kriege dieser Zeit sind, unterwirft
und beutet die Natur aus und verübt aufgrund ihres Machtstrebens, aufgrund von Konkurrenz und
wirtschaftlicher Interessen fortlaufend Verbrechen gegen die Menschheit. Ein feministischer Ausdruck
ist, sich dem entgegenzustellen und das Männlichkeitsbild im Patriarchat, im Militär und in der
Gesellschaft anzugreifen. Die meisten Kriege werden auch im Wetteifern um die Ausbeutung der Natur
geführt: sie wird ihrer Schätze beraubt, zerstört und vergiftet. Für eine Befreiung der Gesellschaft hin
zu einer friedlichen Welt ist eine internationale feministische Selbstverteidigung und Organisierung auf
ökologischen und basisdemokratischen Prinzipien notwendig.
 

Zapatistas
Dieser Weg verbindet uns mit den indigenen Rebell:innen der Zapatistas in Chiapas im Süden von
Mexiko. Sie fingen 1983 an, sich im Stillen zu organisieren, um 1994 einen Aufstand gegen
Neoliberalismus, Neokolonialismus, Kapitalismus und Rassismus der Besatzer zu wagen. Seitdem
organisieren sie sich nach eigenen Regeln, unabhängig vom Staat.
In diesem Jahr besucht eine Delegation der Zapatistas und des nationalen Indigenenkongress (Congreso Nacional Indígena) den europäischen Kontinent, um auf die bis heute andauernde Geschichte von Ausbeutung und Unterdrückung ihrer Heimat durch europäische Staaten und Unternehmen aufmerksam zu machen und global solidarische, widerständige und rebellische Beziehungen aufzubauen.
Das ist für uns der Anlass einen der Akteure und Profiteure des Regimes in Mexiko anzuklagen und zu
blockieren: Heckler & Koch erschlich sich – trotz der katastrophalen Menschenrechtslage und der
brutal agierenden Polizei – durch wahrheitswidrige Angaben zu den Zielregionen der Waffen
Ausfuhrgenehmigungen und exportierte wissentlich in mexikanische Krisenregionen. Die
Maschinengewehre von Heckler & Koch kommen bei tödlichen Niederschlagungen von
zivilgesellschaftlichen Protesten zum Einsatz und dienen der Absicherung von Herrschaft und
Neokolonialsmus. Wir nehmen das nicht schweigend hin, sondern rufen zu einer gemeinsamem
internationalistischen Aktion auf!
 

Kriege beenden!
Lasst uns gemeinsam auf die Straße gehen, um uns dem globalen Rüstungswettlauf in den Weg zu
stellen und die Waffenindustrie zu blockieren. Das ist nur ein Schritt auf einem langen Weg, aber ein
Kampf gegen den Krieg ist auch immer ein Kampf gegen das Patriarchat, gegen den Kapitalismus,
gegen Rassismus und Sexismus. Lasst uns dem Ziel einer befreiten Gesellschaft gemeinsam näher
kommen.
Kommt zur Blockade am 08.10 nach Oberndorf!