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Stadtteilarbeit und Stadtteilmobilisierungen

Gentrification

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Crashkurs | Gentrifizierung

Samstag, 12.4.08, 11-13h, Raum XX | Strang Stadtteilarbeit und Stadtteilmobilisierungen

Andrej Holm (INURA Berlin)

Als Gentrification wird weltweit die Aufwertung von Stadtteilen bezeichnet, in deren Verlauf die dort lebenden ärmeren Bevölkerungsgruppen durch besser verdienende Haushalte verdrängt werden. In diesen Entwicklungen spiegeln sich nicht nur neue Lebensstile, veränderte Biografien und demografische Umbrüche, sondern sind auch ein Ausdruck der spezifischen Verwertungsbedingungen des Immobilienmarktes und stadtpolitischer Entscheidungen. Der Crashkurs soll eine kompakten Einblick in die Theorien der Ursachen, des Verlaufs und der Effekte von Gentrificationprozessen geben.

Doch Gentrification ist mehr als eine stadtsoziologische Theorie. Gentrification ist ein umkämpfter Begriff, Gentification is a dirty word: Aus der Perspektive der städtischen Eliten ist die Aufwertung ausgewählter Wohnquartiere oft gewollt, eine öffentliche Debatte um deren soziale Folgen jedoch unerwünscht. Ein Einblick in die stadtpolitischen Debatten rund um den Gentrificationbegriff soll einerseits Bruchpunkte beim Übergang zu einer neoliberalen Stadtpolitik herausstellen und andererseits das Potential von Gentrificationanlysen für eine kritische Stadtpolitik ausloten.

Die Gentrificationforschung und die vielen realen Anti-Gentrificationkämpfe zeigen, dass die Wohnungsfrage immer noch vor allem eine Frage sozialer Gerechtigkeit ist und Gentrification als ein Angriff auf erkämpfte soziale Standards und kollektive Strukturen verstanden werden muss. Ein Angriff, der alle Elemente einer revanchistischen Stadtpolitik aufweist. Ein Blick auf die Geschichte von Stadtteilmobilisierungen gegen solche Aufwertungsprozesse soll dabei Perspektiven für eigene Aktivitäten eröffnen.

AG | Stadtteilarbeit und Stadtteilmobilisierungen I & II

Samstag, 12.4.08, 14.30-16.30h & 17-19.00, Raum XX | Strang Stadtteilarbeit und Stadtteilmobilisierungen

Andrej Holm (INURA Berlin) und andere

Die Idee des Workshops ist es, verschiedene Erfahrungen von Stadtteilansätze (Mieterläden, Stadtteilgruppen, Sozialberatungen) aus verschiedenen Jahrzehnten auszugraben und gemeinsam über Rahmenbedingungen und Perspektiven solcher Organisationsansätze zu diskutieren. Die Veranstaltung richtet sich vor allem an Leute und Gruppen, die sich aktuell an solchen Basisorganisierungen versuchen. Unsere Idee ist es, dass aus früheren Erfahrungen berichtet wird, um a) Anregungen für eigene Initiativen zu bekommen und b) alte Fehler nicht wiederholen zu müssen.

Angefragt sind unter anderem Stadtteilaktivist/innen aus Prenzlauer Berg, die in den 1990er Jahren dort versucht haben Mieterinitiativen und Stadtteilauseinandersetzungen zu organisieren und Aktivist/innen, die in den 1980er Jahren rund um die Joberinitiativen den Stadtteilladen "Schwarze Katze" betrieben haben.

Von der Form her ist der Workshop eher als Gesprächsrunde konzipiert. Ziel ist es, gemeinsam Voraussetzungen für eine kontinuierlich angelegte Stadtteilintervention herauszuarbeiten.

 
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