|
Dokumentarfilm | Boom – The Sound of Eviction Freitag, 11.4.08, 22-23.30h, Raum XX Von: Francine Cavanaugh, A. Mark Liiv und Adams Wood (Filmkollektiv: Whispered Media) Englisch ohne Untertitel (auf Wunsch spanische Untertitel) 96 Minuten Dokumentarfilm über die Gentrifizierung des lateinamerikanisch geprägten Viertels „The Mission“ in San Francisco im Zuge des New Economy/Internet-Booms und über den Protest gegen Verdrängung. Enthralled by dreams of instant wealth during the dot-com boom, the world largely ignored the disastrous housing crunch that plagued San Francisco - "Mecca of the New Economy." Now the bubble has popped and most of the startups are gone, but the tidal wave of gentrification that came with the new industry has changed the city's landscape forever. This new documentary takes stock of the dot-com boom and bust and asks the question - Who benefited? By turns humorous and scathing, Boom delves into the ironies and contradictions of the "New Economy" and delivers a potent social critique that is ambitious in its scope while remaining close to the human scale. The viewer moves easily between dot-com party crashing at one end of the economic spectrum and painful moments with evicted families at the other. Boom features interviews with dot-com workers, real estate developers, and San Francisco Mayor Willie Brown, as well as those who challenged the new economic order through community organizing, electoral politics, and direct action. Dokumentarfilm | The Subconscious Art of Graffiti Removal Samstag, 12.4.08, 11.00-14.30h (erster Film ca. 11.00h), Raum XX von Matt McCormick USA, 2002 Englisch ohne Untertitel 17 Minuten In Portland werden Graffitis durch eine kommunale Malerbrigade überstrichen. Dabei entstehen unbewusst skurrile Kunstwerke, die den Drang des Menschen zur künstlerischen Tätigkeit offenbaren. Ein ironischer Dokumentarfilm, der überaus schön anzuschauen ist. Reportage | Überwachungstechniken Samstag, 12.4.08, 11.00-14.30h (zweiter Film ca. 11.20h), Raum XX Reportage aus ZDF Abenteuer Wissen 28 min. „Wir alle haben ein Bedürfnis nach Sicherheit. Doch welchen Preis sind wir bereit, dafür zu bezahlen. Immer mehr Hightech-Geräte verfolgen, registriern jeden unserer Schritte. Und es ist längst kein Ende dieser Entwicklung in Sicht.“ Ein Ritt durch verschiedene Anwendungsgebiete und technische Möglichkeiten der Überwachung: In einem Spielcasino in Las Vegas werden die Spieler_innen über rund 1000 Kameras erfasst, der Sicherheitsdienst ist auf der Jagd nach „Betrügern“, auch durch Einsatz von Gesichtserkennungs-Software. Die Entwicklung neuer Software für diesen Bereich soll die Erfassung eines dreidimensionalen Gesichtsbilds ermöglichen und sich auch durch falsche Bärte nicht überlisten lassen. Die Londoner Innenstadt wird durch die Polizei flächendeckend per Videokameras überwacht. Alle Nummernschilder von Autos werden automatisch erkannt. Die Anschläge vom 7.7.2005 auf die U-Bahn und einen Bus, bei denen 52 Menschen getötet werden, konnte das Überwachungssystem nicht verhindern. Doch zukünftig könnte durch eine internationale Vernetzung von polizeilichen Datenbanken und unzähliger Kameras, auch Webcams, weltweit automatisiert nach gesuchten Gesichtern gefahndet werden. Die einzelnen Techniken existieren bereits heute, sie sind nur noch nicht so perfekt miteinander vernetzt. Mittlerweile sind funkgesteuerte Minihubschrauber als unauffällige Überwachungsdronen einsetzbar. In den Vereinigten Arabischen Emiraten wird die Iris-Erkennung zur eindeutigen Identifizierung von Migrant_innen eingesetzt, um bei der Einreise auszusieben, wer zuvor schon einmal ausgewiesen worden ist. Die sogenannte Backscatter-Technik ermöglicht es dagegen durch Analyse der Rückstreuung bestrahlter Objekte, Menschen unter die Kleidung oder ins Innere von Fahrzeugen zu schauen, ohne sie zu öffnen. Die unterschiedlichen Rückstreuungseigenschaften erlauben es, verschiedene Substanzen wie Sprengstoff oder Rauschmittel zu identifizieren oder in der Ladung versteckte Personen zu entdecken. Dagegen erlauben unter die Haut implantierte RFID-Chips die berührungslose Identifizierung von Personen, zum Beispiel um Zugangsberechtigungen zu überprüfen. Elektronische Alltagstechniken wie Bankkarten, Handys oder das Internet lassen uns ständig Spuren hinterlassen. Aus diesen Spuren können nicht nur vergangene Bewegungen ermittelt, sondern auch Verhaltensweisen und unsere nächsten Ziele abgeleitet werden. Dokumentarfilm: N.N. Samstag, 12.4.08, 14.30-15.0h, Raum XX (Beschreibung folgt) Dokumentarfilm | Gemeinschaftsgärten in Buenos Aires Eine andere Welt ist pflanzbar! (Teil 1) Samstag, 12.4.08, 14.30-16.30h (erster Film ca. 14.30h), Raum XX Ella von der Haide und Christoph Arndt (Filmemacherin anwesend) Buenos Aires 2003 Spanisch mit deutschen Untertiteln 30 Minuten Militärdiktatur, Neoliberalismus und die Wirtschaftskrise von 2001 haben die argentinische Gesellschaft geprägt. Die Gartenprojekte sind Teil einer gesellschaftlichen Entwicklung, die jenseits des Staates entstehen und nach basisdemokratischen Alternativen suchen. Die Gemeinschaftsgärten mildern dabei die Not nicht nur materiell durch die Produktion von ökologischen Nahrungsmitteln, sondern helfen mit, das soziale Netz wieder aufzubauen und politische und ökonomische Utopien aktiv umzusetzen. Dokumentarfilm | Gemeinschaftsgärten in Südafrika Eine andere Welt ist pflanzbar! (Teil 3)
Samstag, 12.4.08, 14.30-16.30h (zweiter Film ca. 15.00h), Raum XX Ella von der Haide (Filmemacherin anwesend) Kapstadt und Johannesburg, 2005 Englisch ohne Untertitel 45 Minuten Community Gardens sind in Südafrika weit verbreitet, vor allem in den Townships, wo die Menschen sehr arm sind. Die meisten der Gärten werden von NGOs dem Staat oder privaten Firmen betreut und dienen nur der Versorgung mit frischem Gemüse. Nach dem Ende der Apartheid hat die schwarze Bevölkerungsmehrheit zwar politische Rechte gewonnen, ist aber sehr arm geblieben. Heute folg Südafrika einer neoliberalen Politik was die soziale Schere weiter öffnet. Der wirtschaftliche Aufschwung zahlt sich nur für einen kleinen Part der Gesellschaft aus, gleichzeitig wird zuwenig in das Sozialsystem investiert und die Lebenshaltungskosten steigen aufgrund der Privatisierungen. Vor diesem Hintergrund erscheint die Förderung von Community Gardens durch Wirtschaft und öffentliche Hand eine Alibifunktion zu haben.
Das wird besonders dann klar, wenn der Präsident und die Gesundheitsministerin erklären, dass HIV/Aids durch Knoblauch und Community Gardens besser zu behandeln sei als durch Medizin. Trotzdem sind Community Gardens in Südafrika Orte der Hoffnung, der Solidarität und manchmal auch des aktiven Widerstands gegen die neoliberale Politik. Radio Feature | Unkraut vergeht - Von der Bedrohung und Zerstörung der New Yorker Community Gärten Samstag, 12.4.08, 14.30-16.30h (dritter Beitrag ca. 15.45h), Raum XX Radiobeitrag von Christian Find Deutsch (mit übersetzten englischen O-Tönen) 22 Minuten Berichtet über die Vielfalt von Gemeinschaftsgärten in Manhattan, sowie die Räumung einiger Gärten und den Protest dagegen. Dokumentarfilme | "Table Bed Chair" & Doku über Besetzungen Dänemark - kanal B zeigt Filme zum Thema Freiraum Samstag, 12.4.08, 17.00-19.00, Raum XX "Table Bed Chair" (erster Film: 17h)
von Robert Hack, Jakob Proyer, Jakob M. Kubizek, Peter Sihorsch, Stefan Deisenberger aus Amsterdam (gezeigt von kanalB) Holländisch mit Englischem Untertitel 31 Minuten Table Bed Chair ist ein low–budget Dokumentarfilm über die HausbesetzerInnen–Szene Amsterdams. Seit den späten 1960ern wird das Besetzen leer stehender Häuser in den Niederlanden toleriert. Gebäude die länger als ein Jahr leer stehen, können laut Gesetz besetzt werden. Tisch, Bett und Sessel reichen aus um den Hausfrieden im neuen Heim zu etablieren. Obwohl die Blütezeit der Bewegung in den 80er Jahren anzusiedeln ist, gilt immer noch der permanente Wohnungsmangel als grundlegende Bedingung für die Existenz der Krakerbewegung. Table Bed Chair skizziert sowohl die außerordentliche gesetzliche Situation der Niederlande als auch eine Alternative zu bestehenden Gesellschaftsstrukturen. In Kombination mit Einblicken in die impulsive Geschichte der Besetzer_innen, wirft der Film einen Blick auf ihre ausgeprägten autonomen Strukturen sowie gängige Praktiken. Dokumentrafilm zu Besetzungen in Dänemark (2. Film, Beginn ca. 17.30) gezeigt von kanalB Dänisch mit Englischem Untertitel 81 Minuten (Ankündigung folgt) Dokumentarfilm | Mirror, Mirror – An audio-visual ethnography of London’s queer Club Samstag, 12.4.08, 19.00-20.00, Raum XX Von: Zemirah Moffat London, 2006 Englisch ohne Untertitel 58 Minuten Dokumentarfilm über einen queeren Club in London, trans performances und die Schaffung eines explizit queeren Raums, der keine Zuordnungen (männlich/weiblich, schwul/lesbisch/bi etc.) verlangt. A visual ethnography of filming and researching at the new queer London night Club Wotever, a place that welcomes people of all genders and sexualities. By visual ethnography I mean an ethnography that incorporates the visual not simply as a way of gathering ethnographic data, but as a device that captures and documents the process of capturing, thereby producing a thoroughly situated knowledge. I hope that by rendering visible these research mechanisms they will serve to illuminate the mechanisms by which gender operates and functions within my ethnographic field and within the London that my field engages with. Dokumentarfilm | Die Schattenparker - das böse Unbekannte in Freiburg Sonntag, 13.4.08, 10.00-12.00, Raum XX von Cinerebelde Freiburg, 2005 Deutsch ohne Untertitel 56 Minuten Im Dezember 2005 beschlagnahmt die Stadt Freiburg über 30 Wägen der Schattenparker. Was folgt, sind drei intensive Monate, in denen um die Herausgabe der Fahrzeuge und um einen neuen Wagenplatz für Freiburg gekämpft wird – mit Erfolg. Das Filmkollektiv Cinerebelde hat die Schattenparker begleitet. Mit Musik von: Früchte des Zorns, guts pie earshot, the restarts, elektroduendes, tanglefoot, ballast, und cwill. Dokumentarfilm | Public Blue – über autonome Wohnungslosenbewegung in Japan Sonntag, 13.4.08, 12.15-14.15, Raum XX By [AHA] Anke Haarmann, Adrian Mengay, Hex, uvm. Deutschland 2006 Japanisch/Englisch (OmeU) 70 Minuten anschließend Diskussion mit Adrian Ein Videoessay über Wohnungslose in Osaka und das japanische Verständnis von öffentlichem Raum. Überall in den Parks und an den Flussufern von Osaka sieht man blaue Zelte oder mit blauen Planen bedeckte Baracken; locker gruppieren, in Reihe gebaut, zu kleinen Kommunen zusammengeschlossen. Der Begriff der Wohnungslosigkeit beschreibt die Situation dieser No-jyuku-sha; Camper auf dem Feld; nur unzureichend. Die blauen Behausungen besetzen den öffentlichen Raum, der in Japan eher als Durchgangspassage zwischen Arbeitsplatz und Familie durcheilt wird. Der öffentliche Charakter ihrer Existenz hat für mache No-juku-sha zu einer Entdeckung des Öffentlichen als politischem Raum geführt. Die Stadt Osaka lässt Zelte aus Parks räumen und vertreibt Wohnungslose mit dem Mittel der Rücknahme des öffentlichen Raums. Öffentliche Anlagen werden durch Zaunstrukturen parzelliert und damit unzugänglich gemacht. Damit verschwindet der Kouen; die öffentliche Anlage, die das Öffentliche im Stadtraum territorialisiert. Der Film ist in Zusammenarbeit mit No-jyuku-sha in Osaka entstanden. Er skizziert ihre Situation, zeigt ihre politische Arbeit und dokumentiert die Räumung ihrer Wohnplätze aus den öffentlichen Parks.
|