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Auftaktveranstaltung | Freitag 19:30 - 22:00 Uhr PDF Drucken E-Mail

Linker Neoliberalismus in der Stadt?


Linke Stadtkritik ist schnell dabei die aktuellen Entwicklungen in den Städten als neoliberal zu charakterisieren. Neoliberal sind dann meist die anderen: Investoren von Großprojekten, Freie Träger, die mit den Sozialbehörden kooperieren, private Wachschutzdienste und Stadtregierungen. Doch eine linke und subkulturelle Praxis wird selbst oft zum Träger neoliberaler Subjektivierung: Forderungen nach Selbstorganisation, Freiräumen und Autonomie waren in der Epoche fordistischer Produktion und autoritärer Staatlichkeit provokativ und systemkritisch. Im Zeitalter neoliberaler Eigenverantwortlichkeit, Kreativität und Flexibilität verlieren sie nicht nur ihr gesellschaftskritisches Potential, sondern werden sogar zum Türöffner und Motor des gesellschaftlichen Umbaus. Von der Pionierrolle der Subkultur in städtischen Aufwertungsprozessen über die Integration politisch-kultureller Interventionen in eine Stadtpolitik für die 'creative classes' bis hin zum Aufstieg ehemaliger Hausbesetzer/innen zu Projektmanager/innen und Politiker/innen -- städtische Interventionen bewegen sich in einem Korsett von Widersprüchen.


Wir wollen über die Grenzen und Perspektiven einer linken Stadtpolitik diskutieren, ohne die Widersprüche unter den Tisch zu kehren. Die Vereinnahmung von Autonomie und Selbstorganisation bedeuten nicht das Ende sozialer Mobilisierungen in der Stadt. Gemeinsam mit Jaap Draaisma, der als ehemaliger Hausbesetzer in Amsterdam an der städtischen Breedingplaces-Politik beteiligt ist; Ole Frahm, der mit Radio LIGNA und Aktionen wie dem Radiobalett oder der Beteiligung an der Hamburger IBA kulturell zu intervenieren sucht; und Dirk Hauer, der seit den 1980er Jahren versucht mit sozialrevolutionären Organisationsansätzen in städtische Konflikte einzugreifen, wollen wir uns auf die Reise durch die Widersprüche linker Stadtpolitik begeben.


Fragen, die wir gemeinsam mit euch diskutieren wollen, sind unter anderem: Wie neoliberal sind wir selbst und was tragen wir zur neoliberalen Stadtentwicklung bei? Können wir mit einer Orientierung an subkulturellen Ausdrucksformen gesellschaftliche Relevanz erlangen? Muss eine städtische Realpolitik sich notwendigerweise von Utopien verabschieden? Gibt es Momente der Selbstorganisation und Autonomie, die sich nicht von neoliberalen Politiken vereinnahmen lassen?

 
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