Aus der Not eine andere Welt -
Gelebter Widerstand in Argentinien


von Friederike Habermann

In: Stiftung Fraueninitiative (Hrsg.): Konzepte/Materialien, Bd. 3.
Paperback, 192 Seiten m. Abb.
€ 18,95 / SFr 34,40
ISBN 3-89741-162-8



per Mail bei der BUKO-Geschäftsstelle bestellen
mit weiteren Materialien online bestellen
mit weiteren Materialien per Post/Fax bestellen


Die Bewegungen in Argentinien nach dem Finanzcrash im Dezember 2001 standen schnell im Zentrum einer linken Öffentlichkeit:
  • weil die argentinischen Verhältnisse den europäischen so ähnlich waren;
  • weil Millionen bisher mit Familienlohn versorgter Menschen sich plötzlich alternativer Ökonomie zuwandten;
  • weil einige der Bewegungen dort die jüngste Umsetzung neuer emanzipatorischer Politikansätze leben.
Dieses Buch versucht durch Interviews vor Ort die Realität der Erwerbslosenbewegungen nachvollziehbar zu machen - insbesondere von einer Hausfrauengewerkschaft in Santa Fe und von den MTDs Solano und La Matanza in Buenos Aires. Dabei untersucht es vor allem drei Aspekte:
  1. den ökonomischen: "Die haben da doch ganze Stadtteile, die sich selbst versorgen" - dieses Gerücht hielt sich lange. Was ist dran an dieser Beschreibung? Gelang es, Momente einer alternativen Ökonomie neben dem Kapitalismus aufzubauen?
  2. den feministischen: Die Organisierung der Erwerbslosenbewegungen geschah überwiegend durch Frauen, überwiegend waren es auch Frauen, die auf die Straße gingen. Hat sich dies in der Form der Organisierung bemerkbar gemacht? Wie verlief die folgende Entwicklung?
  3. den emanzipatorischen: "Solano ist eine Bewegung, die die Selbstverwaltung organisiert", so Neka Jara von der MTD Solano, jener Erwerbslosenbewegung, welche durch ihre Bezüge zum Zapatismus und ihrem Anspruch, nicht-hierarchische Strukturen aufzubauen, zum Symbol dessen wurde, was sich an neuem Politik-Ansatz in Argentinien abzeichnete. "Für uns ist die Arbeit eine Möglichkeit, die Realität zu verändern. Es gibt keinen Chef, der uns sagt, was zu tun ist, sondern wir entdecken, wie wir mit Arbeit die Welt konstruieren können. Wir mussten unsere Realität neu erschaffen: alles das, was mit dem Leben zu tun hat - Essen, Bildung, Gesundheit." Wie sieht dieser alltägliche Kampf in der alltäglichen Betrachtung aus?


> Publikationen   > Top