BUKO let's MOVE!

38. BUKO Kongress

23. - 25. Juni 2017

auf dem Gelände des Kulturkosmos in Lärz

Workshop, Diskussionen & Filme

Vom 21.-25.06. ist es soweit. Die Bundeskoordination Internationalismus wird 40. 4-Jahrzehnte turbulenter, widerständiger und emanzipatorischer Bewegung von unten. Wir wagen dieses Jahr ein Experiment und sind mit unserem 38. BUKO-Kongress Teil des MOVE-Utopia Zusammentreffens für eine Welt nach Bedürfnissen und Fähigkeiten auf dem Gelände des Kulturkosmos in Lärz. 1000 Menschen, 10 Räume, gestaltet durch Zusammenschlüsse und Bewegungen wie degrowth, Klimacamp, BUKO, Wandelwoche u.a. - ein breites Spektrum an Strömungen und Stimmen.


Ein Experiment, weil wir mit der Zusammenkunft viele Fragen, Widersprüche und Irritationen erzeugen werden. Passen politischer Widerstand, Kontaktmeditation, Herrschaftskritik und Kräuterwanderungen zusammen? Wir wollen einen Dialog in Gang bringen und unsere Perspektiven erweitern. Was ist das Gemeinsame, das uns antreibt? Wie kann ein produktiver Dialog aussehen? Haben wir ein gemeinsames Ziel? Können wir voneinander lernen oder sollten wir getrennte Wege gehen? Was ist nach 40 Jahren aus der BUKO geworden und wo soll es hingehen? MOVE-Utopia bringt 5 Tage Zeit für intensiven Austausch, Reibungen, leckeres Essen von der Gerüchteküche, Lagerfeuer, Party, Festival-Stimmung und viel frische Luft, Ruhe und Grün.
Wir bleiben widerständig - unser Programm:

        FREITAG

Workshop-Phase 1: 11-13 Uhr

  • Das Pogrom von Lichtenhagen im August 1992 – Ein Einstieg (SoBi e.V.)

  • Zukunft der Bildung (AS BIEM)


Workshopphase 2: 16-19 Uhr

  • Probleme lösen im undemokratischen Sozialismus - Eindrücke aus Kuba

  • Paremos la mina – Kolumbianische Aktivist_innen stellen ihr Kämpfe vor

     

    SAMSTAG

     

Workshop-Phase 3: 11-13 Uhr

  • Das Modell des Demokratischen Konföderalismus als radikaldemokratische

           Alternative zur kapitalistischen Moderne? (Tatort Kurdistan)

  • Jineolojî – die Wissenschaft der Frau und des Lebens (Tatort Kurdistan)

  • Doku: Die Stimme des Gualcarque – Der indigene Widerstand gegen ein

    Wasserkraftwerk (In Anwesenheit der Filmemacher*innen).

    Veranstaltet von HondurasDelegation und ocotefilms

  • Transformation global?! (AS GesNat) Teil 1

Aktionstraining: Ziviler Ungehorsam, Achtsamkeit und Miteinander für eine Welt ohne Klimawandel und Kapitalismus (11-17 Uhr) mit Skills for Action


Workshopphase 4: 16-19 Uhr

  • No Stress Tour – Geflüchtete berichten von ihren Kämpfen

  • Kommerzialisierung von Natur. Bioprospektion in Namibia

  • „Der Neokolonialismus sät Projekte des Todes in unsere Territorien“ (Berta Caceres)* - *Partizipative Talkshow zum Pro und Contra von Wasserkraftwerken in Ländern des globalen Südens*/Veranstaltet von HondurasDelegation und GegenStrömung

  • Transformation global?! (AS GesNat) Teil 2


BUKO Filmprogramm:

(zeitliche Verschiebungen vor Ort möglich, achtet auf Ankündigungen)

    21.6.     20Uhr Beyond the red lines

    22.6.     20 Uhr The Awakening – mit Diskussion mit dem Filmemacher und Leiter des Roma        Antidiscrimination Networks (RAN) Kenan Emini

    23.6.     20Uhr La buena vida

                 22 Uhr beyond the red lines (mit Spanisch-Übersetzung für die Kolumbianischen  Aktivist*innen) mit anschliessender Diskussion

           24.6.   17 Uhr Samin vs Semin

                      18 Uhr Landhunger in Sambia + Diskussion mit Filmemacher Heiko Thiele (Zwischenzeit)

                      20 Uhr Parko evtl. Filmemacher anwesend


 Samstag Abend - 40 Jahre BUKO 

    u.a. mit dem queer-feministischen Bündnis gegen G20 Hamburg, Skills vor Action, kolumbianischen Anti-Kohle-Aktivist*innen, queer-feministischem Rap von Finna und einem Input zu 40 Jahre BUKO

 

Start der Rundreise: Paremos la mina - Besser leben ohne Kohle!

Wir uns vor allem über unsere Gäste aus Kolumbien, denn mit ihnen werden wir im Anschluss an den Kongress die Rundreise „Paremos la mina –Besser leben ohne Kohle!“ starten, die in den Gegenaktivitäten zum G20-Gipfel in Hamburg endet. Die Aktivist_innen aus der Guajira kommen aus der afrokolumbianischen Community und von Fuerza de mujeres wayuu (Kraft der Wayúu Frauen). Beide kämpfen gegen die auf der Halbinsel La Guajira im Nordosten Kolumbiens gelegene Mine El Cerrejón, den größten Steinkohletagebau der Welt. Begleitet werden sie von einer Vertreter_in von Censat, einer kolumbianischen Menschenrechts-und Umwelt-NGO. Natürlich wollen wir zum einen ihre Kämpfe hier, wo die Kohle maßgeblich verbraucht wird, weiter bekannt machen. Aber wir wollen auch Kämpfe zusammenführen, weshalb wir sowohl auf dem BUKO als auch bei der Rundreise einen intensiven Austausch mit Anti-Kohlekämpfen hierzulande organisieren.

www.besser-leben-ohne-kohle.info

 

Ausführlichere Infos zu den Workshops:

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Honduras 1
Doku: Die Stimme des Gualcarque – Der indigene Widerstand gegen ein Wasserkraftwerk

Die indigene Aktivistin Berta Caceres wurde am 3. März 2016 wegen ihres Widerstands gegen das Wasserkraftwerk Agua Zarca in Honduras umgebracht. Video-Aktivist_innen begleiteten ein Jahr lang die Gemeinden, die sich gegen den Bau des Staudamms auf ihrem Territorium in Rio Blanco wehren. Mit internationaler Unterstützung kämpfen die indigenen Gemeinden für die Aufklärung des Mordes und einen Stopp des Staudammsprojekts. (In Anwesenheit der Filmemacher*innen).

Veranstaltet von HondurasDelegation und ocotefilms

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Honduras 2

Workshop: „Der Neokolonialismus sät Projekte des Todes in unsere Territorien" (Berta Caceres)
Partizipative Talkshow zum Pro und Contra von Wasserkraftwerken in Ländern des globalen Südens

Wasserkraftwerke gelten als Alternative zu fossilen Energieträgern. Unmittelbar nach dem Putsch in Honduras 2009 wurden hunderte Staudammkonzessionen vergeben. Darauf entwickelten sich Widerstände im ganzen Land, denen meist mit Repression und Gewalt begegnet wird. Mit Schlaglichtern auf die regionalen Widerstandsbewegungen steigen wir ein in eine partizipative Talkshow über die Frage: „Hat das Projekt der Abwendung der Klimakatastrophe es nötig neoḱoloniale Methoden anzuwenden?"

Veranstaltet von HondurasDelegation und GegenStrömung

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Transformation global?!*

Macht die Transformation an Grenzen halt? Was gehen uns sozial-ökologische Kämpfe in anderen Weltregionen an? Wo ziehen wir am gleichen Strang? Zusammen mit Gästen aus Anti-Kohle-Kämpfen in Kolumbien und der deutschen Anti-Kohle- sowie Degrowth-Bewegung möchten wir uns darüber austauschen, wie wir Transformation aus einer globalen Perspektive denken können. Darüber hinaus geht es auch um die Frage, wie wir Transformation global gestalten können. Wo sind Ähnlichkeiten/Unterschiede in den lokalen Kämpfen in Nord und Süd? Was können wir voneinander lernen und wie kann gemeinsames Kämpfen konkret aussehen? Zusammen möchten wir darüber nachdenken, wie wir globalen Ungleichheiten gemeinsam, wenn auch an unterschiedlichen Orten, entgegentreten können. Es geht also um nichts Weniger als um die Frage nach einem zeitgemäßen Internationalismus.

Die Veranstaltung findet auf Deutsch und Spanisch statt (mit Übersetzung).

Arbeitsschwerpunkt Gesellschaftliche Naturverhältnisse (GesNAt)

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Kommerzialisierung von Natur. Bioprospektion in Namibia

In der internationalen Umweltpolitik ist dieKommerzialisierung von'Natur'zur
Förderung dernachhaltigenEntwicklung scheinbar alternativlos. In Namibia wird
dieBioprospektion –die kommerzielle Nutzung von
Biodiversität–durchAccess-and-Benefit-Sharing (ABS) Mechanismen geregelt.Es wird
ein Markt kreiert in dem Nutzer und Anbieter über die jeweiligen
Austauschbedingungen verhandeln. Bioprospektionsverhandlungen – verstanden als
gesellschaftliche Naturverhältnisse – sindOrteder Verhandlung von 'Natur'.Welche
Naturverständnisse sind vorherrschend? Wie wird 'Natur' gestaltet? Zentral ist
die Frage nach der (Re)produktion post-kolonialerMachtverhältnisse und
Möglichkeiten der Überwindung.

 

Referentin: Anne Heeren

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Jineolojî – die Wissenschaft der Frau und des Lebens

Die Unterdrückung der Frau (und damit aller Menschen) im Patriarchat
reicht Jahrtausende zurück. Sie ist Basis für die herrschaftlichen,
ausbeuterischen Systeme Kapitalismus, Industrialismus und Staat. Im als
nationaler Freiheitskampf begonnenen Kampf der kurdischen Bewegung hat
sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass die Befreiung der Gesellschaft
ohne die Befreiung der Frau nicht möglich ist. Doch wie kann die Frau
sich befreien, die jahrtausendelang von anderen definiert wurde, die
immer Objekt der Begierde, aber nie Subjekt war? Wie können wir die
Subjekt-Objekt Trennung, das Grundprinzip von Herrschaft, überwinden?
Der Vorschlag der kurdischen Bewegung ist der Aufbau einer Wissenschaft
der Frau und des Lebens - „Jineolojî“. Frauen sollen sich autonom mit
ihrer Geschichte auseinandersetzen, autonome Strukturen aufbauen,
autonom der Frage widmen, wer sie eigentlich sind, wie sie zu dem
gemacht wurden und wer sie sein wollen. Eine Wissenschaft jenseits von
staatlichen Institutionen und kapitalistischer Verwertung. Eine
Wissenschaft von unten, die Frauen und der Gesellschaft das entwertete
und verschüttete Wissen zurück gibt, das sie für ein freies,
demokratisches Leben in Vielfalt und Verbundenheit braucht. 

Referentin: Yvonne Heine (Tatort Kurdistan)

 

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Das Modell des Demokratischen Konföderalismus als radikaldemokratische
Alternative zur kapitalistischen Moderne?

Die Region Nordsyrien/Rojava wurde mit den Kämpfen um Kobanî in der
Linken weltweit bekannt. Viele Linke begannen sich mit dem in Rojava
umgesetzten Modell des Demokratischen Konföderalismus
auseinanderzusetzen. In Rojava organisieren die Menschen
unterschiedlichster Identitäten, die oftmals zuvor in scharfem Konflikt
standen, das Leben gemeinsam durch ein Modell radikaler Rätedemokratie.
Die vom Staat usurpierte Macht wird von Gesellschaft zurückerobert und
mithilfe von legitimer Selbstverteidigung bewahrt. Die Durchsetzung des
Patriarchats die erste gesellschaftliche Spaltung in Unterdrücker und
Unterdrückte dar – von diesem Standpunkt aus forscht und kämpft die
kurdische Frauenfreiheitsbewegung gegen die Männerherrschaft als Wurzel
der hierarchischen und staatlichen Gesellschaft. Aus diesem Grund stellt
in vom inhaftierten Vorsitzenden der Arbeiterpartei Kurdistans PKK,
Abdullah Öcalan, entwickelte Ideologie des Demokratischen
Konföderalismus oder Apoismus im weiteren Sinne, die Frauenbefreiung als
zentralen Hauptwiderspruch in den Vordergrund. Der Workshop wird sich um
Theorie und Praxis des Demokratischen Konföderalismus als Alternative
zur kapitalistischen Moderne drehen und Möglichkeiten und Fragen von
deren Umsetzbarkeit um europäischen Kontext diskutieren.

 

Tatort Kurdistan

 

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Das Pogrom von Lichtenhagen im August 1992 – Ein Einstieg

Im August 2017 jähren sich das rassistische Pogrom von Rostock - Lichtenhagen zum 25ten Mal. 
Der Workshop möchte die Ereignisse in den Tagen vom 22. bis 25. August 1992 in Erinnerung rufen und diese „in Zeit einordnen“. Des weiteren wollen wir mit euch über eine linke Erinnerungsperspektive an das Pogrom in Rostock, aber auch anderer Pogrome der 1990er Jahre, diskutieren.

Die beiden ReferentInnen sind beim Bildungsträger „Soziale Bildung e.V.“ aktiv und arbeiten derzeit in einem Projekt zum Aufbau eines Archives, wo Dokumente und Materialien gesammelt werden.      

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Probleme lösen im undemokratischen Sozialismus – Eindrücke aus Cuba

Der Kapitalismus herrscht derzeit fast überall und ist die Ursache zahlreicher Probleme, die die Welt bedrohen. In Cuba besteht bis heute eine ganz andere Wirklichkeit. Dass es auch für nicht dogmatische Linke sehr interessant ist, die Auswirkungen von mehr als zwei Generationen revolutionären Prozesses zu studieren, möchte ich in meinem Workshop zeigen: Wieviel Repression gibt es in Cuba und warum? Kann das System die Leute versorgen? Welche Schwierigkeiten sind von Außen verursacht und welche von innen? Wieviel Unzufriedenheit gibt es, und wieviel Zufriedenheit? Wohin bewegen sich die Reformen der letzten 10 Jahre? Was könnte die Welt von Cuba lernen? Und was ihr so an Fragen habt.

Ich bringe mit: Fotos, Fakten und Eindrücke von einigen Cuba-Aufenthalten seit 2014 mit mehr oder weniger politischem Fokus und Vorschläge, diese zu interpretieren. Darunter dieser: „In Cuba funktioniert heute eine Mischung aus Staatssozialismus, Anarchie und Kapitalismus."

Wenn wir nachher ein bisschen diskutieren, wird der Workshop bestimmt ein guter Beitrag zur Differenzierung unserer antikapitalistischen Utopien.

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 Film Landhunger in Sambia

Die Aneignung von Land durch Kauf, Pachtung und Raub bedroht die
Lebensgrundlagen und lokale Nahrungsmittelversorgung in Sambia. Im Namen
von Entwicklungshilfe und Hungerbekämpfung fließen deutsche Gelder in
die Expansion von Agrarkonzernen. Von den weitflächigen Monokulturen und
der intensiver Tierhaltung erwarten Investoren wie BMZ, DEG, KfW und
Deutsche Bank hohe Profite. Während die bewachten Farmanlagen primär für
die Mittel- und Oberschicht sowie den Export produzieren, leben zwei
Drittel der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Insbesondere
Kleinbäuerinnen und -bauern leiden unter einem neokolonialen
Agrarmodell, in dem Unternehmen die gesamte Wertschöpfungskette
kontrollieren. Sie verlieren traditionell übertragene Ackerflächen, sind
von Umsiedlung und Vertreibung betroffen. Ihre Forderung umfasst
gesicherte Landrechte und den Ausbau lokaler Vermarktungswege.

Anschließend steht der Filmemacher Heiko Thiele für Nachfragen und
Diskussion bereit.

*Ein Film von Zwischenzeit e.V.*

*HD, 25 Min., 2017.
www.zwischenzeit-muenster.de

 

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Der Film von Kenam Emini „The Awakening“ (das Erwachen) gibt einen Einblick in die Situation von Roma, die aus Deutschland abgeschoben werden und zeigt zugleich Rassismus und Diskriminierung auf, mit denen sie in verschiedenen Ländern Europas konfrontiert werden.

Anschließend werden wir mit dem Filmemacher und Leiter des Roma Antidiscrimination Networks (RAN) Kenan Emini diskutieren."

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