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(Arbeitsgruppe am Samstag)
Krieg um genetische Ressourcen. Die neuen Herrschaftinstrumente der Aliens!
In der ersten Phase wird es eine Einführung in die Problematik der Biopiraterie, als die Aneignung und Privatisierung von genetischen Ressourcen, geben. Es wird verschiedene Inputs geben:
- zu Biopiraterie-Fällen
- zu der neuen Dimension von Ausbeutungs- und Herrschaftsverhältnissen
- zu Biopiraterie in Deutschland
- zu Möglichkeiten des Handelns
- zur Problematik des Patentrechts und verschiedener internationaler Abkommen
Auch werden die Schwerpunkte der Kampagne dargestellt.Vor allem soll es viel Zeit zum Diskutieren geben.
Die zweite Workshop-Phase am Nachmittag soll die Möglichkeit bieten, die Diskussionen zu intensivieren und Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln, um vom intellektuellen Diskutieren zu aktiven Handeln überzuleiten. Die BUKO-Kampagne gegen Biopiraterie trifft sich am Sonntag und bietet die Möglichkeit für Interessierte, einige Menschen aus der Kampagne, die Arbeitsstruktur und Strategie kennen zu lernen.
Workshopbeschreibung:
Bisher noch weitgehend von der Weltöffentlichkeit unbemerkt vollzieht sich eine schleichende Aneignung immer weiterer Bereiche der "lebenden" Materie: Biopiraterie. Die "Aliens" kommen in Form von transnationalen Konzernen, Universitäten, Forschungsprojekten und Juristen. Sie haben vor allem ein Ziel: Die Privatisierung und Kommerzialisierung von Teilen der Natur, der 20 genetischen Ressourcen.
Hierbei bedienen sie sich modernster Technik, den neuen Biotechnologien, der Gentechnik, des Gen-Screening u.v.a. Mit Bioprospektion durchkämmen sie noch relativ unberührte Landstriche. Obwohl hochtechnisiert, sind sie jedoch auf die Zusammenarbeit der lokalen Bevölkerung angewiesen. Denn diese kennen ihre Umwelt, wissen um besondere Heilpflanzen und ihre Anwendung. Doch die "Aliens" stöbern nicht nur in der unberührten Natur. Sie gehen auch auf Felder von LandwirtInnen, um zu sehen, was die Menschen dort anbauen und ob sich vielleicht noch unbekannte Sorten unter diesen Kulturpflanzen finden. Wenn ihnen das zu anstrengend ist, gehen sie manchmal auch schon mal auf lokale Wochenmärkte und kaufen sich die begehrte Beute, ohne sich die Hände durch Feldarbeit schmutzig machen zu müssen.
Die so aufgefundenen Pflanzen oder Pflanzenteile werden dann in die Labor in den Industrieländern transportiert, um zu sehen, ob sich interessante Substanzen "entdecken" lassen. Diese "Entdeckungen" lassen sie sich dann patentieren, in der Hoffnung, sehr viel Geld damit machen zu können. Manchmal geht es aber gar nicht um neue Medikamente. Manchmal geht es auch darum, Lizenzen von den LandwirtInnen zu verlangen, wenn diese beispielsweise ihre Agrarprodukte in die USA oder nach Europa exportieren. So richtig spannen wird es, wenn Patente Hand in Hand mit der Gentechnik verwendet werden. Dies hat sich bisher bei dem Raps als besonders wirksam erwiesen. Denn Raps kreuzt sich gerne mit verwandten Sorten aus. Wenn sich nun ein gentechnisch veränderter Raps mit einem nicht gentechnisch veränderten Raps auskreuzt, so gehört - man mag es nicht glauben - das Produkt der Firma, die das Patent auf den Gentech-Raps hält.
Durch Patente - und seit einigen Jahren auch durch das Sortenschutzgesetz - ergeben sich bisher ungeahnte Möglichkeiten, von denen selbst die "Aliens" vor einigen Jahren noch nicht zu träumen wagten. Der Krieg um die genetischen Ressourcen, der Krieg um die Basis aller Gesellschaften - das Saatgut - hat begonnen. Das tolle für die Aliens ist, dass es bloß noch niemand gemerkt hat. Natürlich, ein paar kleine "Widerstandsnester" gibt es schon, aber die befinden sich hauptsächlich in den Ländern des Südens und mit diese Marginalisierten ist man bisher noch ganz gut zurecht gekommen. Dank der Arbeit mancher NGOs ist Biopiraterie sogar ganz legal geworden: Die CBD - die Biodiversitätskonvention - von mancher NGO hoch gelobt, lässt die Patentierung und Aneignung von genetischen Ressourcen voranschreiten, es müssen halt nur ein paar "Glasperlen" gezahlt werden. Aber auch damit haben die Aliens Erfahrung.
In dem Workshop soll der "Krieg um die genetischen Ressourcen" skizziert werden. Doch wir bleiben nicht bei der Darstellung stehen. Vielmehr geht es darum, die "Widerstandsnester" näher zu beleuchten und in der zweiten Workshopphase konkrete Handlungsalternativen zu entwickeln. Dabei richten wir nicht nur den Blick in den Süden. Auch bei "uns", direkt vor der Haustür findet ganz legal Biopiraterie statt: Die Nachbaugebühren in Deutschland. Die "Aliens" sind mächtig - aber auch wir sind nicht machtlos!
BUKO Kampagne Biopiraterie
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