Debatte über Climate Justice, ab April 2010
Der ASSÖ hat sich während seines letzten Seminars mit dem Begriff der „Klimagerechtigkeit" bzw. „climate justice" befasst. Da es innerhalb des ASSÖ unterschiedliche Positionen dazu gibt, ob sich soziale Bewegungen auf den Begriff positiv beziehen sollten, hat sich der ASSÖ entschlossen, seine Kontroverse im Rahmen einer Artikelserie in der Zeitschrift analyse und kritik (ak) öffentlich zu machen.
Phillip Bedall und Martina Austen haben in ak 549 „Climate Justice" als einem Begriff beschrieben, der inhaltlich unbestimmt bleibt und deswegen von verschiedenen Akteuren unterschiedlich gefüllt werden kann und dies - je nach gesellschaftlichen Machtverhältnissen - auch wird.
Till Seidensticker, Niels Spilker und Wasilis von Rauch haben daran in ak 550 angeknüpft. Sie sind der Auffassung, dass „Klimagerechtigkeit" ähnlich wie vor einigen Jahren „Nachhaltigkeit" derzeit von staatlichen Akteuren und größeren Nichtregierungsorganisationen mit Bedeutungsinhalten gefüllt wird, die aus emanzipatorischer Sicht abzulehnen sind. Deswegen sollten soziale Bewegungen sich nicht auf den Begriff beziehen.
In ak 551 wird die Reihe mit einem Artikel von Christiane Gerstetter und Ilana Krause fortgesetzt. Die Verfasserinnen sind - im Gegensatz zur denjenigen der anderen Beiträgen - der Ansicht, dass soziale Bewegungen aus Nord und Süd sich positiv auf Klimagerechtigkeit beziehen können und sollten. Die Offenheit des Begriffs sehen sie dabei als eine Stärke.
Debatte des Arbeitsschwerpunkts Soziale Ökologie (ASSÖ) zu Klimagerechtigkeit in ak – analyse und kritik, www.akweb.de
* Climate Justice. Bezugspunkt einer Gegenhegemonie oder wolkige Leerformel von Phillip Bedall und Martina Austen (PDF), April 2010
* Wer will schon gegen Gerechtigkeit sein? von Till Seidensticker, Niels Spilker und Wasilis von Rauch (PDF), Mai 2010
* Artikel von Christiane Gerstetter und Ilana Krause (PDF), Juni 2010
Vergesst Kopenhagen. Die Katastrophe ist schon da. September 2009
Dieses Positionspapier des BUKO-Arbeitsschwerpunktes Soziale Ökologie (ASSÖ) will zu der Debatte um den Klimawandel, insbesondere im Bezug auf den UN-Klimagipfel in Dezember 2009 in Kopenhagen, zu einer kritischen Analyse des hegemonialen Diskurses und zur Diskussion um die Inhalte einer emanzipativen, herrschaftskritischen Gegenbewegung beitragen. In dem folgenden Text vertreten wir die These, dass von den Klimaverhandlungen in Kopenhagen nichts zu erwarten ist. Sie sind Teil offizieller Klimapolitik, die zur Lösung des Klimaproblems auf diejenigen Marktkräfte setzt, die die sozial-ökologische Krise erst verursacht haben. Wichtig ist aus unserer Sicht nicht der Ausgang der Klimaverhandlungen in Kopenhagen, wichtig sind die Verknüpfung der Diskussion um „Umweltprobleme“ mit Herrschafts– und Kapitalismuskritik und die Entwicklung von Alternativen zur herrschenden Klimapolitik. Wir wollen – mit anderen Worten – die sich verschärfende ökologische Krise ernst nehmen, ohne darüber den systemkritischen Kopf zu verlieren.
» Text in Englisch (PDF-Datei)
» Text in Spanisch (PDF-Datei)
Vergesst Kioto. Die Katastrophe ist schon da. Juni 2008
Ersterscheinung in Widerspruch, Heft 54, Jg. 28 (nähere Informationen unter www.widerspruch.ch).
Dieser Text ist entstanden aus einem Seminar zum Thema Gesellschaftliche Naturverhältnisse, das vom 8.-10. Februar 2008 in Meuchefitz stattgefunden hat sowie aus den folgenden Diskussionen. Es handelt sich um "work in progress", nicht um eine abschließende Positionsbestimmung. Der Diskussionsbeitrag bezieht sich auf die derzeit – nicht zuletzt innerhalb des ASSÖ – geführte Debatte um emanzipatorische Perspektiven im Umgang mit der sogenannten „ökologischen Krise“, die hier anhand des Klimawandels thematisiert wird. Ziel des Beitrags ist es, zu einer Positionierung innerhalb der Debatten um die Globale Öko-/ Klimakrise anzuregen.


