30.07.2016

Olympia? Nein Danke!

Widerstand gegen Olympische Spiele 2024 in Deutschland

Nachklapp zur Veranstaltungs-Reihe "Sportgroßevents als Katalysator für Aufwertungsvisionen" des Arbeitsschwerpunkts StadtRaum Hamburg

Der Berliner (respektive der Hamburger) Senat will das, was vier Bayerische Landkreise im Herbst 2013 deutlich ablehnten: Olympische Spiele. In vier Volksentscheiden sagte eine Mehrheit in Bayern Nein zum Internationalen Olympischen Komitee (IOC) und schoss damit die Pläne der Olympiabefürworter_innen ins All. Nichts desto trotz wird ein Jahr später erneut daran gearbeitet, eine deutsche Stadt vor das Olympische Komitee zu schleppen. Dabei gehen die Chancen, 2024 den Zuschlag zu bekommen, gegen Null. Mit der zeitgleichen Austragung der Fußball EM im selben Jahr ist es ausgeschlossen, dass Deutschland auch noch den Zuschlag für Olympia bekommt. Dies ist laut Olympischer Charta verboten. Zudem gilt als sicher, dass die USA die Sommerspiele 2024 bekommt, weil die Groß-Sponsoren sehnsüchtig drauf warten. Und warum das Ganze? Der BUKO-Arbeitskreis StadtRaum hat im September und Oktober in Hamburg drei Veranstaltungen zum Thema gemacht. "Brot und Spiele - Sportgroßevents als Katalysator für Aufwertungsvisionen" hieß die Reihe:
thebrotundspiele.tumblr.com

Erste Berichte und Begleittexte stehen auf der tumblr-Seite online. Die Ausgangsthese, dass Olympische Spiele als Beschleuniger wirken, um bestimmte neoliberale Verwertungsstrategien durchzusetzen, hat sich durch alle drei Veranstaltungen gezogen. Ein Auswertungstext folgt. Aus Bewegungssicht ist es wichtig, aus den Erfahrungen von Brasilien (FIFA-WM und jetzt anstehend Olympische Spiele) und Großbritannien (Austragungsort der Sommerspiele 2012) zu lernen. Deutlich ist, dass Olympische Spiele überall mehr Schaden anrichten als Chancen bieten.

Und wie geht's hierzulande weiter? Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) entscheidet voraussichtlich im März darüber, ob es Hamburg oder Berlin werden soll. Bis dahin wird die künstliche Konkurrenz zwischen beiden Städten aufrechterhalten. Danach soll in der auserwählten Stadt eine Bürgerbefragung "Olympia: Ja oder nein?" stattfinden. Die Zustimmung für Olympische Spiele bewegt sich aktuell zwischen mageren 50-60 Prozent und dabei sind die Fakten, welche finanziellen, ökologischen und sozialen Auswirkungen, die Spiele hätten, noch gar nicht auf dem Tisch. Derweil formieren sich in beiden Städten NOlympia-Gruppen, die eine Olympia-Bewerbung für keine gute Idee halten. Erste Aktionen, Veranstaltungen und jede Menge Infos gibt es auf den Seiten der Olympia-Kritiker_innen:
nolympia-berlin.de
nolympia-hamburg.de

Auch lesenswert ist die Seite der bayrischen Olympiagegner_innen, auf der sich (neben zahlreichen Fakten zu IOC und Co) eine aktuelle Presseschau befindet:
www.nolympia.de/category/presseschau/