30.07.2016

Die spanische Bewegung gegen Zwangsräumungen

Veranstaltungsrundreise, 1.-7.9. bundesweit

Die Krise in Spanien  nimmt immer dramatischere Ausmaße an: Jeden Tag werden derzeit 517 Haushalte aus ihren Wohnungen geräumt, weil sie infolge von Arbeitslosigkeit die Raten für die Tilgung der Hypothek nicht mehr bezahlen können. Während bis zu 6 Millionen Wohnungen leer stehen, sind  seit 2008 rund 400.000 Haushalte auf die Straße gesetzt worden! Zum Hintergrund: Der Anteil von Mietwohnungen am gesamten Wohnungsbestand liegt in Spanien bei lediglich 10%. Daher ist es die Regel, dass auch NormalverdienerInnen Kredite aufnehmen, um eine Wohnung zu erwerben.  Für die geräumten Familien ist die Situation ein real gewordener Alptraum: Die Zahlungsunfähigkeit führt dazu, dass sich die kreditgebenden Banken ihre Wohnungen aneignen. Da der Wert der Wohnungen mit dem Platzen der Immobilienblase massiv gesunken ist zu einem Bruchteil des ursprünglichen Kaufpreises. Die Betroffenen verlieren nicht nur ihr Dach über dem Kopf: Da es in Spanien keine Privatinsolvenz mit Restschuldbefreiung gibt,  bleiben sie auch noch auf einem Berg von Schulden sitzen, den sie niemals im Leben abbezahlen können!

Aber immer mehr Menschen wehren sich gegen diese Situation: Im ganzen Land wurden mittlerweile mehrere hundert Zwangsräumungen verhindert, weil sich NachbarInnen gemeinsam der Polizei in den Weg gestellt haben. Die Betroffenen und ihre UnterstützerInnen üben Druck auf die Banken aus, damit sie weiterhin in ihren Wohnungen wohnen bleiben können. In einigen Städten sind obdachlos gewordene Familien dazu übergegangen, Häuser zu besetzen. Parallel läuft derzeit eine Gesetzesinitiative, die die Entschuldung und das Behalten der Wohnung  bei einer einkommensabhängigen Miete regeln soll.

Mitglieder der Plataforma de los Afectados por la hipoteca  (Plattform der Betroffenen der Hypothek) werden am vom 1.9. bis 7. September auf Veranstaltungen in Berlin, Rostock, Hamburg, Bochum, Düsseldorf und Hanau ausführlich über die Situation und den Widerstand berichten.

Termine:
01.09. Berlin, 18 Uhr, Gecekondu, Admiralstr. 1-2, Berlin-Kreuzberg
(gegenüber vom "Südblock")
02.09. Rostock, 20 Uhr, Peter-Weiß-Haus
03.09. Hamburg, 20 Uhr,
Ganztagsschule St. Pauli, Bernhard-Nocht-Str. 12 05.09. Düsseldorf, 20 Uhr, Linkes Zentrum, Corneliusstr. 108
06.09. Bochum, 19 Uhr, Soziales Zentrum, Josephstr. 2
07.09. Hanau, AKZ, Alte Metzgerei


Weitere Infos: http://zwangsraeumungenstoppen.blogsport.de/