30.07.2016

Die andere Seite der Gentrifizierung?

ASSR-Veranstaltung zu Großwohnsiedlungen in Hamburg, 29.3.

Wenn von Gentrifizierung* gesprochen wird, sind damit oft stillschweigend die innenstadtnahen Viertel gemeint. Wie aber laufen Gentrifizierungsprozesse aus der Perspektive von den Rändern der Stadt? Welche Funktion haben Großwohnsiedlungen für den großstädtischen Wohnungsmarkt? Wie nehmen sich BewohnerInnen dort ihr Recht auf Stadt? Wie ist das Verhältnis zwischen so genannter Peripherie und dem "Zentrum"? Diesen Fragen möchten wir, der BUKO-Arbeitsschwerpunkt StadtRaum, in einer zweiteiligen Veranstaltungsreihe am Beispiel der Großraumsiedlung Steilshoop nachgehen.

Teil 2) Die Funktion von Großwohnsiedlungen für den gesamtstädtischen Wohnungsmarkt (29.3.)

Großwohnsiedlungen haben ein schlechtes Image in der Stadt. Sie gelten als unattraktive Orte, in denen die VerliererInnen von Gentrifizierung wohnen. Wir wollen diskutieren, was dran ist an der These, dass Arme, Alleinerziehende, MigrantInnen, etc. aus St. Pauli, der Schanze oder Ottensen in die Hochhäuser an die Ränder verdrängt werden. Lässt sich dieser Trend überhaupt belegen? Was wissen wir über diejenigen, die aus den Innenstädten weichen mussten? Dienen Großwohnsiedlungen tatsächlich zur ökonomischen "Bereinigung" des Wohnungsmarktes?

Diskussionsbeiträge von Dr. Martin Kersting (Mitglied des Stadtteilbeirates Steilshoop), Marc Meyer (Mieter helfen Mietern), Thomas Pohl (Stadtgeograph); Moderation: Sybille Bauriedl & Maik Lindemann (ASSR).

Die andere Seite der Gentrifizierung? Großwohnsiedlungen in Hamburg am Beispiel Steilshoop. Der BUKO-Arbeitsschwerpunkt Stadt Raum (ASSR) lädt ein zu einer 2-teiligen Veranstaltungsreihe im Centro Sociale, Sternstr. 2, 20357 Hamburg, am Dienstag, den 6.3., und am Donnerstag, den 29.3., jeweils um 19.30 Uhr. Die Reihe findet in Kooperation mit den Freundinnen und Freunden des Centro Sociale und der Rosa Luxemburg Stiftung Hamburg statt, gefördert durch die Landeszentrale für politische Bildung.

* Gentrifizierung bedeutet die Verdrängung von gering verdienenden Bevölkerungsgruppen durch einkommensstarke Haushalte.

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TEIL 1: Ein Wohnexperiment der partizipativen Stadtentwicklung der 1970er Jahre in Steilshoop (6.3.)

Von vielen HamburgerInnen heute als "Schandfleck" oder "Problemstadtteil" verschrien, war Steilshoop von 1973 bis 1983 Ort eines Wohnmodells. 200 Menschen organisierten gemeinschaftliches Planen und Wohnen im Plattenbau. Welche Optionen bot die Großwohnsiedlung vor vierzig Jahren für ein gemeinschaftliches Leben? Wie sieht es heute aus? BewohnerInnen von Großwohnsiedlungen sind eben nicht nur passive Verlierer innerstädtischer Gentrifizierung, sondern gestalten ihr Quartier.

Wir zeigen den Dokumentarfilm "Wohnfriedhof oder urbanes Leben". Im Anschluss gibt es eine Diskussion mit dem Filmemacher Egmond Tenten, Rolf Spille (begleitender Architekt) sowie Erhard Buschmann (Bewohner des Wohnmodells); Moderation: Nicole Vrenegor & Manuel Osório (ASSR);

"Wohnfriedhof oder urbanes Leben", Egmond Tenten 2009, 45 min., mit Original NDR-Material

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