28.01.2016

Publikationen

Rezeptbuch "Unternehmen Stadt übernehmen" (Mai 2010, pdf)

Aus der Einleitung:

Neoliberaler Einheitsbrei, wohin das Auge schaut: Glatte Glasfassaden, hochpreisige Eigentumswohnungen, leerstehende Büroflächen, glitzernde Imageprojekte – „Leuchttürme“, die wenig leuchten, aber viel blenden. Ob in New York, Rio, Tokio, Berlin, Stuttgart oder Wuppertal – das Grundrezept herrschender Stadtplanung ist fad bis ungenießbar. Gewürzt wird mit einer ordentlichen Prise Privatisierung und Ausverkauf von städtischen Gütern – als zentraler Geschmacksverstärker (>Glutamat) neoliberaler Stadtentwicklung.

Hinzu kommen schwer verdauliche Events, die über die gesamte Stadt verstreut werden und die Funktion haben, Tourist_innen mit dem billigen Geruch von Abenteuer und Action zu locken. Das spärliche Gemüse wird so lange zerkocht, bis alle Vitamine und Widerständigkeit verdampft sind. Verdünnt wird das Ganze durch massiven Sozialabbau und Einschnitte in die öffentliche Infrastruktur. Kochen dürfen nur einige wenige: eine Handvoll Stadtplaner_innen, Politiker_innen und Investor_innen. Alle anderen Bewohner_innen der Stadt haben bitte schön ruhig zu sein. Schließlich wird gegessen, was auf den Tisch kommt.

Doch immer mehr Menschen weltweit sagen: Ich esse meine Suppe nicht, nein, meine Suppe ess’ ich nicht! Andere spucken bereits ins neoliberale Essen und vermiesen so den Einheitsbrei. Wiederum andere kochen schon längst ihr eigenes Süppchen auf gemeinsamer, (noch kleiner) Flamme und experimentieren mit neuen Zutaten.

Hier stellen wir ein paar aussichtsreiche Gegenrezepte und -strategien vor. Dabei bedienen wir uns auch einiger in Vergessenheit geratener Rezepte aus der Kochkunst der sozialen Bewegungen.

Nicht jedes Gericht benötigt jede Grundzutat. Nicht überall gibt es alles und passt alles. Doch meist lässt sich improvisieren und ausprobieren. Viel Spaß beim Nachkochen und Erfinden von neuen Rezepten!


2009 gab es außerdem eine Veranstaltungsreihe des BUKO-Arbeitsschwerpunkt StadtRaum zu dem Thema: Unternehmen Stadt übernehmen