30.07.2016

BUKO-Rundreise „Offene Wunden“ (Arbeitstitel)

21.6. -10.7.2017 Vom MOVE/BUKO zum G20

Widerständige Strukturen gegen Kohleabbau in Kolumbien und Deutschland; - Rundreise zur Vernetzung von Protestbewegungen, Aktivist_innen und von Kämpfen um Ressourcen Betroffenen und Flüchtenden

Vom diesjährigen BUKO-Kongress, der Teil des MOVE Utopia ist, werden wir eine Rundreise mit kolumbianischen Aktivist_innen aus der afrokolumbianischen und der Wayuu Community zu den Gegenaktivitäten zum G20 Gipfel in Hamburg organisieren.

 

Der diesjährige BUKO-Kongress findet auf dem Gelände des Kulturkosmos in Lärz statt und ist Teil des MOVE Utopia Sommertreffens (http://move-utopia.de/). Und dort werden wir auch den Auftakt für eine Rundreise setzen. Dabei sollen die Tage in Lärz intensiv genutzt werden, um nicht nur über den Widerstand in Kolumbien gegen den Steinkohleabbau zu berichten, sondern auch einen Austausch mit den verschiedenen Anti-Kohlekämpfen in Deutschland zu organisieren. Danach geht es dann auf eine Reise durch verschiedene Städte, um sich dann am Ende den Gegenaktivitäten rund um den G20-Gipfel in Hamburg anzuschließen.

Neben Workshops und Abendveranstaltungen werden wir uns auch an den Demonstrationen und dem Aktionstag am 7.7. im Hamburger Hafen beteiligen.

Ein genauerer Verlauf der Rundreise folgt in Kürze. Fest stehen schon Stationen in Köln und Münster.

 

Zum Hintergrund der Rundreise:

Die Kohlemine Cerrejón im Nordosten von Kolumbien ist die größte Steinkohletagebau Kolumbiens und Lateinamerikas und steht exemplarisch für die unzähligen sozio-ökologischen Konflikte, die das auf Bergbau und Ressourcenabbau basierte extraktivistische Wirtschaftsmodell Kolumbiens mit sich bringt.

 Die Folgen für die traditionellen Bewohner_innen der Region (Indigene und Afrokolumbianer_innen) und die Umwelt sind verheerend: Ganze Dorfgemeinschaften werden vertrieben und umgesiedelt und ihrer Lebensgrundlagen beraubt. Großräumig werden Landstriche verwüstet, Biodiversität vernichtet, die Versteppung vorangetrieben. Wasserläufe versiegen aufgrund des riesigen Wasserbedarfs für die Miene. Arbeitsplätze werden überwiegend für Facharbeiter_innen geschaffen, nicht jedoch für die lokale Bevölkerung. Kleinbäuerliche Landwirtschaft ist durch Wassermangel und versteppte Böden nicht mehr möglich, die Bevölkerung kann ihrer traditionellen Arbeit nicht mehr nachgehen. Durch den Feinstaub und aus der Erde gelöste Schwermetalle treten gehäuft  schwere Lungen- und Atemwegserkrankungen auf.

Die lokalen Gemeinschaften kämpfen seit Jahren für einen Verbleib auf ihrem angestammten Land, den Zugang zu Wasser, Gesundheitsversorgung, Bildung und Infrastruktur und gegen eine Vertreibung und erzwungene Umsiedlung. Derzeit geht es akut um den Kampf gegen die weitere Ausweitung der Miene und die Umleitung des Flusses Arroyo Bruno, aber auch für würdevolle Lebensbedingungen in den bereits umgesiedelten Gemeinden.

 Deutschland und seine 4 großen Energiefirmen sind Importeure der Kohle aus Kolumbien und damit direkt für die Menschenrechtsverletzungen gegenüber der lokalen Bevölkerung mitverantwortlich. Im Kohlekraftwerk Moorburg in Hamburg wird von Vattenfall kolumbianische Kohle verstromt. Im Zuge der Energiewende wird in Deutschland verstärkt der Atomausstieg forciert und auf Kohleverstromung gesetzt. Gegenwärtig werden 20% des Stroms in Deutschland aus Steinkohle gewonnen.