Große Solidarität mit der Bundeskoordination Internationalismus (BUKO) nach der
Streichung von Fördergeldern durch den Evangelischen Entwicklungsdienst (EED)
Die BUKO ist erfreut und beeindruckt über das hohe Maß an Solidarität,
das sie nach der Streichung von Fördergeldern durch den EED erfährt. Diese
verweist auf die große Relevanz der BUKO für ein breites Spektrum an entwicklungspolitischen
und internationalistischen Gruppen, Organisationen und Einzelpersonen.
Neben vielen Initiativen - von Solidaritätserklärungen über Spenden
bis zu erhöhten Beitragszahlungen von Mitgliedsgruppen - sei hier auch
auf die große Presseresonanz,
den offenen Brief an den EED mit über
200 Unterzeichner/innen und Ankündigungen von Kirchenaustritten verwiesen.
Im folgenden stellt der SprecherInnenrat seine Sicht auf den Verlauf und Hintergrund der Entscheidung des EED dar, sowie seine Einschätzung der Gründe und Auswirkungen dieser Entscheidung.
Zur Vorgeschichte:
Kurz vor Jahresende erreichte die Geschäftsstelle der Bundeskoordination Internationalismus die Nachricht vom EED, dass der 25-jährigen Förderung ein jähes Ende gesetzt wird. Der im September eingereichte Antrag auf institutionelle Förderung der Geschäftsstelle - neben Verwaltungskosten handelt es sich hier hauptsächlich um Löhne - wurde im Dezember abgelehnt. Einer möglichen Antragstellung für den Jahreskongress 2005 wurde mündlich ebenfalls eine Absage erteilt. Insgesamt fehlen der BUKO für die laufende Arbeit 30.000 Euro pro Jahr.
Die Streichung der Gelder wird mit einer Aktion begründet, die am Rande
des Jahreskongresses 2004 (BUKO 27) in Kassel stattfand. Eine Gruppe von
Menschen hatte in einer spontanen Aktion Kleidungsstücke aus einem Laden
der Kette H&M entwendet und in der Fußgängerzone an PassantInnen verteilt.
Die Aktion selbst und nicht zuletzt die Presseberichterstattung, bei der die Aktion direkt mit dem Kongress und dem gewichtigsten Geldgeber, dem EED, in Verbindung gebracht wurde, sorgte innerhalb der Evangelischen Kirche für Aufruhr.
In der Folge wurde der SprecherInnenrat der BUKO aufgefordert, sich gegenüber dem EED von der Aktion zu distanzieren. Der SprecherInnenrat kam diesem Anliegen nach und distanzierte sich im Mai 2004 in einem Brief an den EED von der Aktion.
Er verwies allerdings darauf, dass die Aktion weder im Rahmen des Kongressprogramms stattgefunden hatte, noch mit der Kongressvorbereitungsgruppe oder mit anderen Gremien der BUKO abgesprochen gewesen war. Dies wurde vom EED einerseits anerkannt: „Wir glauben den Verantwortlichen beim BUKO, dass sie nichts mit der H&M Aktion zu tun hatten, aber wer garantiert uns, dass so was nicht noch mal vorkommt?“, fragt eine EED-Mitarbeiterin in der taz. Dennoch teilte der EED der BUKO aber einige Wochen später mit, dass ihm die Form nicht ausreiche und forderte eine weitere, nunmehr öffentliche Distanzierung. Als Grund gab der EED an, dass durch die Dokumentation eines nicht von der BUKO verfassten Artikels im BUKO-newsletter, der sich positiv auf die Aktion bezog, die erste Distanzierung an Glaubwürdigkeit verloren habe.
Ein von der BUKO initiiertes Klärungsgespräch mit dem EED konnte erst Ende Oktober stattfinden. Mitglieder des SprecherInnenrats betonten vor diesem Klärungsgespräch mehrmals ihre Bedenken gegenüber dem Mittel einer öffentlichen Distanzierung, da dies ein Instrument der politischen Spaltung ist. Nach kontroversen internen Debatten in den vorwiegend ehrenamtlichen BUKO-Strukturen entschloss sich der
SprecherInnenrat, auch der Forderung nach einer öffentlichen Begründung der Distanzierung nachzukommen und veröffentlichte diese direkt im Anschluss an das Klärungsgespräch mit dem EED. Der EED beschied dann allerdings Mitte Dezember 2004 negativ über den Jahresantrag zur Förderung der Geschäftsstellenarbeit, welcher die grundlegende Finanzierung der Geschäftsstelle sicherstellen sollte.
Die Ablehnung wurde mit der H&M-Aktion begründet. Gegenüber der Wochenzeitung „jungle world“ kritisierte eine EED-Mitarbeiterin den »mangelnden und späten Willen« des SprecherInnenrates der BUKO, sich von der Aktion zu distanzieren.
Die Einstellung der Förderung der BUKO-Geschäftsstelle und des Kongresses bedeutet, wie auch von EED-Verantwortlichen betont wird, nicht die Einstellung von Zuwendungen für andere Organisationen und Kampagnen, die Teil der BUKO-Strukturen sind. Alle Mitgliedsgruppen und BUKO-Kampagnen können weiterhin Anträge beim EED stellen, die entsprechend der Förderkriterien des EED beschieden würden. Der BUKO SprecherInnenrat begrüßt diese Unterstützung für die Aktivitäten von BUKO-Strukturen als Beitrag zur Förderung wichtiger entwicklungspolitischer und internationalistischer Öffentlichkeitsarbeit.
EED trifft politische Entscheidung - BUKO-Geschäftsstelle gefährdet
So erfreulich diese finanzielle Förderung ist, kann sie jedoch die wegfallenden Mittel für die BUKO-Geschäftsstelle und den Kongress keinesfalls ausgleichen. Der jährliche Kongress der BUKO ist der zentrale Ort für die Vernetzung und Diskussion nicht nur für die 150 Mitgliedsgruppen, sondern weit darüber hinaus für viele internationalistische Strukturen. Neue Initiativen und Kampagnen, z. B. die BUKO-Kampagne gegen Biopiraterie, gründen oder formieren sich auf den Jahreskongressen, Netzwerke halten dort ihre Jahresversammlungen ab und verabreden sich zu Strategietreffen. Die Schwerpunkte der Bundeskongresse setzen oft Themen, die für die weitere Auseinandersetzung der Linken in der BRD Anlass gab und Inhalte vorbereitete.
Die Geschäftsstelle ist nicht nur Garant für die Durchführung der jährlichen Bundeskongresse, die in den letzten Jahren in Zusammenarbeit mit zahlreichen entwicklungspolitischen, internationalistischen und anderen linken Strukturen durchgeführt werden konnten. Sie koordiniert darüber hinaus Seminare und Bildungsveranstaltungen, Kampagnen und Arbeitsschwerpunkte, gewährleistet den Austausch unter den Mitgliedsgruppen, setzt Impulse für Diskussionen, ermöglicht die Kontinuität von Debatten und die Diskussion und Verbreitung von BUKO-Positionen. Durch die Mittelkürzung ist eine der beiden Stellen in der Geschäftsstelle gefährdet, so dass unklar ist, wie diese Arbeit in Zukunft geleistet werden kann.
Der EED engt mit dieser Entscheidung das Spektrum geförderter Entwicklungspolitik noch weiter ein und grenzt damit radikalere Kritik aus. Die entwicklungspolitische und internationalistische Landschaft wird sich durch diese Entscheidung nachhaltig verändern: eine wesentliche Funktion der BUKO und ihrer Jahreskongresse ist es, herrschende politische Weisheiten und auch die der Globalisierungskritik immer wieder in Frage zu stellen, quer zum entwicklungspolitischen Mainstream zu denken und zu handeln und damit - wenn auch bisweilen provozierend, aber - immer produktive Diskussionen zu befördern.
Der EED scheint kein Interesse mehr zu haben, dies zu fördern. Es bleibt der Eindruck, dass die Förderung der BUKO einem uns nicht nachvollziehbaren Distanzierungsinteresse des EED zum Opfer fällt. Tatsache ist, dass der EED eine politische Entscheidung getroffen hat, mit der er ein wichtiges Spektrum internationalistischer Arbeit gefährdet.
Dies hält – wie der Offene Brief an den EED zeigt – nicht nur der SprecherInnenrat der BUKO für eine sehr bedenkliche politische Entwicklung, gerade auch im Bereich der Evangelischen Kirche.
Trotz der großen Unterstützung muss die BUKO um das Überleben der Geschäftsstelle bangen. Sicher ist zunächst jedoch die Durchführung des nächsten Jahreskongresses vom 5.-8. Mai 2005 in Hamburg.
Weiterhin bittet der SprecherInnenrat um Spenden für die Kampagne 300x100 und für den BUKO-Stellenfonds.
Die BUKO-Mitglieds- und andere politischen Gruppen und Interessierte werden die inhaltlichen, organisatorischen und finanziellen Perspektiven beim BUKO-Ratschlag vom 18.-20. März in Kassel diskutieren.
Hierzu sind alle an der BUKO-Interessierten herzlich eingeladen!
Die Stellungnahme des SprecherInnenrats als pdf-Datei zum herunterladen
Siehe dazu auch: Chronologische Übersicht der Ereignisse
Pressestimmen
ak - analyse & kritik
Evangelische Kirche streicht BUKO-Fördergelder
Es war eine schleichende Entwicklung mit einem lauten Knall am Ende.
Der vollständigen Artikel finden Sie hier
Die Internetseite der ak
ila, 28.2.05
„Wir rufen zu aktiver Solidarität mit der BUKO auf“
Wahrscheinlich haben die meisten ila-LeserInnen der Tagespresse entnommen, dass der Evangelische Entwicklungsdienst (EED) der Bundeskoordination Internationalismus, dem wichtigsten Zusammenschluss der zu Nord-Süd-Fragen arbeitenden Gruppen und Organisationen in der Bundesrepublik, die Fördergelder gestrichen hat. Die ila ist seit seiner Gründung als Bundeskongress entwicklungspolitischer Aktionsgruppen Mitglied im bzw. in der BUKO. Wir dokumentieren im Folgenden einen offener Brief an den Aufsichtsrat und den Geschäftsführer des EED, den inzwischen mehrere hundert Gruppen und Einzelpersonen unterzeichnet haben. [...]
iz3w Nr. 283 (März 2005):
Kahlschlag durch Evangelische Kirche
von Christian Stock
Die Evangelische Kirche will mit der internationalistischen Szene fortan nichts mehr zu tun haben. Anders lassen sich die jüngsten Maßnahmen des Evangelischen Entwicklungsdienstes (EED) nicht interpretieren.
Der vollständigen Artikel finden Sie hier
Die Internetseite der iz3w
Zeitschrift Entwicklungspolitik:
EED streicht Fördermittel für „Bundeskoordination Internationalismus“
von Jürgen Weber (3/4/2005)
Für den SR und die Mitarbeiter der Geschäftsstelle der BUKO bleibt jedoch der Widerspruch, dass der Verband jetzt
für etwas bestraft wird, wofür er nicht wirklich etwas kann. Unklar sei auch, wie eine Garantieerklärung aussehen
kann, die ausschließt, dass sich derartiges nicht wiederholt? Dass schon über die Streichung der Grundfinanzierung
des Kongresses 2005 beschieden wurde, ohne dass überhaupt ein entsprechender Antrag gestellt ist, lege die Vermutung
nahe, dass damit eine politische Entscheidung gegen linke internationalistische Politik getroffen worden sei.
Der vollständigen Artikel als pdf-Datei
Die Internetseite der Zeitschrift Entwicklungspolitik
Graswurzelrevolution Nr. 296, 34. Jahrgang:
Kirche streicht BUKO die Gelder
ma (Februar 2005)
Die Begründung von Seiten des EED sind indes nicht einheitlich: Barbara Riek (EED) wird vom Neuen Deutschland mit der Aussage zitiert, die Kirche könne es nicht verantworten, mit Aktionen wie einer H&M-Plünderung in Verbindung gebracht zu werden. Wilfried Steen, für Entwicklungspolitik zuständiges EED-Vorstandsmitglied erklärte dem Freien Radio Kassel, es sei hauptsächlich die „Unzufriedenheit über die entwicklungspolitische Arbeit“ der BUKO gewesen, die zur Streichung der Mittel geführt habe. Die H&M-Aktion habe damit nichts zu tun.
Der vollständigen Artikel finden Sie hier
Die Internetseite: www.graswurzel.net
CONTRASTE Nr. 244
Evangelischer Entwicklungsdienst streicht Fördergelder
Januar 2005
Das Wort "YOMANGO" ("ich klaue") ist spanischen
Ursprungs und soll das "symbolische" Befriedigen
der eigenen Beduerfnisse thematisieren, zum
Nachdenken anregen, aber auch die
Konsumgesellschaft in Frage stellen. Eine
Aktionsform, die bei dem Evangelischen
Entwicklungsdienst (EED) nicht gut ankommt ...
Der vollständigen Artikel finden Sie hier
Die Internetseite der www.contraste.org
Junge Welt:
"Fuer die BUKO wird es eng"
Interview: Thomas Klein (19.01.05)
Evangelischer Entwicklungsdienst streicht der "Bundeskoordination Internationalismus" das
Geld. Naechster Kongress Anfang Mai in Hamburg. Ein Gespraech mit Pitt Crasemann
* Pitt Crasemann ist bei der "Bundeskoordination Internationalismus" (BUKO)
fuer die Kongress- und Seminarorganisation und das Finanzmanagement zustaendig. Die BUKO wurde 1977 als Netzwerk entwicklungspolitischer Aktionsgruppen gegruendet.
Den vollständigen Artikel finden Sie unter den Seiten von www.jungewelt.de
Jungle World:
Ende des Geldsegens
von Martin Kröger (12.01.05)
»Wir haben uns mit der Kritik an den Nichtregierungsorganisationen und deren Lobbyismus nicht
nur Freunde gemacht«, vermutet Jörg im Hinblick auf eine vor drei Jahren geschaltete Anzeige
der Buko. Darin und in einem anderen Papier wurde die Politik der NGO nach der Wende als »zu
kurz« greifend und »keine grundlegende Veränderung gesellschaftlicher Ausbeutungs- und
Unterdrückungsverhältnisse« bringend charakterisiert. Nicht nur an diesem Punkt seien die
unterschiedlichen Ansichten über »Entwicklungspolitik« der Buko und des EED deutlich geworden,
sagt Jörg. Auch habe die Buko etwa die Proteste gegen die Hartz-Gesetze ausdrücklich als
»inländische Kämpfe« in ihre Politik einbezogen, während der EED dies ablehnte.
Den vollständigen Artikel finden Sie unter den Seiten von www.jungle-world.com
TAZ:
Förderung gestrichen - Linker Entwicklungsverband Buko bekommt kein Geld mehr vom Evangelischen Entwicklungsdienst
Von Mareike Welke (24.12.04)
Den vollständigen Artikel finden Sie unter den Seiten der TAZ
Frankfurter Rundschau:
Eine "Umverteilungsaktion" mit bösem Nachspiel
Von Sabine Hamacher (23.12.04)
"Für Buko-Sprecher Jörg war das Verhältnis von Buko und EED seit mehreren Jahren belastet. Dass sich die Buko verstärkt über entwicklungspolitische Themen hinaus in die deutsche Debatte über Sozialabbau einmische, sei beim EED vielen ein Dorn im Auge gewesen. Dass der EED keine Fördermittel mehr bewillige, obwohl die Buko sich von der Kasseler Aktion nachträglich distanziert habe, findet er 'skandalös'."
Den vollständigen Artikel finden Sie hier
epo:
EED streicht Fördergelder für Bundeskoordination Internationalismus (BUKO)
(22.12.04)
Den vollständigen Artikel finden Sie unter den Seiten von epo
Neues Deutschland:
Evangelische Kirche streicht linke Kritik Entwicklungspolitischer Dachverband gefährdet
Von Lorenz Matzat (21.12.04)
Der evangelische Entwicklungsdienst streicht der Bundeskoordination
Internationalismus (BUKO) die Förderung für das Jahr 2005. Kritische
Entwicklungspolitik ist der kirchlichen Institution offenbar
unerwünscht.
Die Förderung des BUKO durch den Evangelischen Entwicklungsdienstes
(EED) war bislang eine wichtige Stütze für dessen Arbeit im Nord-Süd
Bereich: Kampagnen zum Waffenhandel, zur Biopiraterie, zur
Welthandelspolitik und zur Pharma-Industrie wurden nicht zuletzt dank
der Kirchengelder möglich..."
Den vollständigen Artikel finden Sie unter den Seiten von Neues Deutschland
Ein offener Brief
An den Aufsichtsrat des Ev. Entwicklungsdienstes (EED)
z.Hd. Landesbischof i.R. Dr.Christian Krause, Vorsitzender
Dietrich Bonhoeffer Str. 1
38300 Wolfenbüttel
25.Januar 2005
Betrifft: Protest gegen eine Entscheidung des Evangelischen Entwicklungsdienstes (EED)
An die Mitglieder des Aufsichtsrates des Ev. Entwicklungsdienstes
und den Geschäftsführer Herrn Dr. Konrad von Bonin
Sehr geehrte Damen und Herren!
Sehr geehrter Herr Dr.Krause!
Der Evangelische Entwicklungsdienst (EED) hat im Dezember beschlossen, anders als in den Vorjahren der Bundeskoordination Internationalismus (BUKO) für das Jahr 2005 keine institutionelle Förderung zu gewähren. Damit fehlen der BUKO in ihrem Etat 15.000 Euro. Weiterhin hat sich der EED gegenüber der BUKO derart geäußert, auch den Kongress der BUKO im Jahr 2005 nicht mehr zu fördern. Auch hier handelt es sich um eine Summe von 15.000 Euro.
Die Arbeit der BUKO - Geschäftsstelle ist durch diese Entscheidungen ernsthaft in Frage gestellt, die Arbeitsplätze der beiden ohnehin nicht leistungsgerecht bezahlten Mitarbeiter der Geschäftsstelle sind akut bedroht.
Da es sich bei dem EED - Zuschuss für den Kongress um die Grundfinanzierung desselben handelt, ist es unsicher, ob der Kongress nun stattfinden kann.
Laut Frankfurter Rundschau vom 24.12.04 begründet der EED seine Entscheidung mit einer konsumkritischen Aktion am Rande des letzten BUKO - Kongresses in Kassel. „Eine Gruppe Militanter“, so heißt es in der FR, „stürmte in einen Laden der Kette Hennes & Mauritz, riss Kleidungsstücke aus Regalen und von Tischen und warf sie auf die Straße. Passanten griffen freudig zu.“ Den BUKO - Verantwortlichen zufolge war diese Aktion jedoch nicht Bestandteil des Kongressprogramms; weder ist sie von der BUKO geplant gewesen, noch trage diese die Verantwortung dafür. Darüber hinaus hat die BUKO sich in einer Erklärung nach dem Kongress von der Aktion distanziert.
Der frühere „Bundeskongress entwicklungspolitischer Aktionsgruppen“ war 1977 als Dachverband gegründet worden. Ihm gehören rund 150 Mitglieder, auch aus kirchlichen Kreisen, an, darunter Eine - Welt-Läden, entwicklungspolitische Arbeitskreise und Aktionsgruppen.
2002 benannte sich der Verband in „Bundeskoordination Internationalismus“ (Abkürzung: BUKO) um. Diese Umbenennung ist Ausdruck inhaltlicher Debatten und politischer Entwicklungen. Sie verweist auf eine intensive Auseinandersetzungen mit den Ursachen von Armut, sozialer Ausgrenzung und sozial-ökologischen Problemlagen weltweit, wie sie in den vom Norden dominierten weltwirtschaftlichen und politischen Verhältnissen wurzeln. Eine theoretisch und politisch fundierte Kritik an der neoliberalen Globalisierung wurde im deutschen Kontext von der BUKO wesentlich mitentwickelt und befördert – oft in Zusammenarbeit mit Gruppen wie ATTAC, ebenso wie mit ökumenischen Initiativen und Netzwerken.
Der Kongress der BUKO hat sich in den letzten Jahren zu einer wichtigen
Plattform für einschlägige Debatten und Vernetzungen entwickelt. Wir verweisen
in diesem Zusammenhang auf die Themen und Besucherzahlen der Kongresse
in Frankfurt 2002 zum Thema „Tatort Globalisierung“ mit insgesamt ca.
1000 Teilnehmenden und 2004 in Kassel zur Thematik der sozialen Rechte
mit über 800 Teilnehmenden. Der durch die EED -Entscheidung in Frage gestellte
diesjährige Kongress 2005 soll sich mit der Frage innerer und äußerer
Landnahme beschäftigen.
Wir, die Unterzeichnenden, haben die Geschichte der Dritte-Welt-Bewegung in der Bundesrepublik selbst miterlebt und z.T. durch kritische Analysen beeinflusst. Dabei haben wir uns immer wieder auch darüber gefreut, dass der EED die BUKO - Geschäftsstelle, den jährlichen Kongress und das Seminarprogramm unterstützt hat. Eine Fortsetzung dieser Förderung halten wir für dringend erforderlich.
Auch wenn die BUKO keine kirchliche Organisation ist, vertritt sie Positionen, wie sie auch in der weltweiten Ökumene erarbeitet und vertreten werden: Zum Beispiel aktuell die Entschließung des Reformierten Weltbundes in Accra in 2004, woraus wir zitieren: „Darum sagen wir Nein zur gegenwärtigen Weltwirtschaftsordnung, wie sie uns vom globalen neoliberalen Kapitalismus aufgezwungen wird...Wir weisen jeden Anspruch auf ein wirtschaftliches, politisches und militärisches Imperium zurück, das Gottes Herrschaft über das Leben umzustürzen versucht, und dessen Handeln in Widerspruch zu Gottes gerechter Herrschaft steht.“ Wir verweisen auch auf den „Soesterberg-Brief – Wirtschaft im Dienst des Lebens“ vom Juni 2002 an die Kirchen in West – Europa und den derzeitigen Rezeptions-Prozess auch in deutschen Landeskirchen, z.B. jüngst im November 2004 durch die Landessynode der Ev. Kirche von Westfalen.
In Anbetracht aller genannten Umstände (einschließlich der Distanzierung der BUKO von der o.g. Aktion) sind wir sehr irritiert über die Entscheidung des EED.
Unseres Erachtens stellt sie die Glaubwürdigkeit kirchlichen H a n d e l n s bezogen auf wesentliche, ökumenisch orientierte kirchliche W o r t e aufs Spiel. Wir halten das für verheerend nicht nur angesichts der weltweit zunehmenden sozialen Ungerechtigkeit, sondern auch im Blick auf die Glaubwürdigkeit von Kirche.
Wir richten uns deshalb eindringlich an Sie, die Aufsichtsratsmitglieder und die Geschäftsführung des Ev. Entwicklungsdienstes (EED), diese Entscheidung zu überdenken und zurückzunehmen und die BUKO - Geschäftsstelle sowie den jährlichen Kongress in jedem Fall im bisherigen Umfang weiter zu unterstützen.
Wir werden in unseren Kreisen über die bisherigen und zukünftigen Entscheidungen
des Ev. Entwicklungsdienstes (EED) in dieser Angelegenheit informieren
und zu aktiver Solidarität mit der BUKO aufrufen.
Unterstützende Gruppen und Personen
AKE – Bildungswerk e.V.
AMOS - Kritische Blätter aus dem Ruhrgebiet
AMOS Verein zur Förderung interkultureller, interreligiöser
und sozialpolitischer Bildung e.V.
Arbeitsgemeinschaft „bäuerliche Landwirtschaft“ (AbL)
Arbeitskreis Entwicklungspolitik e.V.(AKE)
Arbeitskreis Lateinamerika
attac-Rat Deutschland und dessen Mitglieder.
Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU)
Coordination gegen Bayer – Gefahren
Das Dritte Welt Forum Hannover e.V.
Der Runde Tisch für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung
im Dekanat Koblenz
Dritte Welt Forum Aachen e.V.
Hafengruppe Hamburg
KAB (Katholische Arbeitnehmerbewegung) Bezirksvorstand Bezirk Mittelrhein
Kaffeekampagne El Salvador
Ökumenisches Netz Rhein-Mosel-Saar
Lateinamerika Nachrichten
Nicaragua Verein Hamburg e.V.
Para Nicaragua e.V.
Pax Christi, Basisgruppe Koblenz
TRANSPARENT/Zeitschrift für die Kritische Masse in der Rheinischen
Kirche
Weltladen Bonn
Weltladen Tübingen
attac-Rat Deutschland und dessen Mitglieder:
Hendrik Auhagen
Andreas Beldoski
Georg Beldowski
Ronald Borkowski
Karsten Brettschneider
Nina Dickel
Hermann Gendrisch
Daniela Grant
Elke Grawert
Dorothea Härlin
Lutz Helm
Volker Hempelmann
Philipp Jacks
Daniel Kah
Gudrun Menzel
Silke Ötsch
Karsten Peters
Ilona Plattner
Adolf Riekenberg
Jörg Schindler
Margret Schönborn
Berit Schröder
Sandra Schuster
Thomas Seibert
Christine Starzmann
Roland Süß
Ricarda Thrun
Martin Uebelacker
Constantin Vogt
Bettina Voß
Vera Wallrodt
Martina Wasserloos-Strunk
Christa Wichterich
Marianne Wildberger
Pfr. Dr. Ferdinand Kerstiens, Mitglied Bundesvorstand Pax Christi
Stefan Leibold als Sprecher für die Kommission „Weltwirtschaft
– Ökologie – Soziale Gerechtigkeit“ von Pax Christi
Ria Reich, Sprecherin des Arbeitskreises Internationalismus der IG Metall
Roland Röder Geschäftsführer der AKTION 3.WELT SAAR
Prof. Dr. Ulrich Albrecht (Berlin)
Prof. Dr. Elmar Altvater (Berlin)
PfrIn Ursula August (Marl)
Prof. Dr. Hans-Eckehard Bahr (Bochum)
Sönke Behnsen Psychiater (Bonn)
Gabriele Beleke (Bochum)
Pfr. Wolfgang Belitz (Unna)
Robert Bosshard Sozialwissenschaftler (Oberhausen)
Dipl.-Theol. Herbert Böttcher (Koblenz)
Ilse Braun (Tübingen)
Pfr. Dr. Markus Braun (Tübingen)
Dorothea Breger Bilanzbuchhalterin (Essen)
Dr. Wolfram Breger Sozialwissenschaftler (Essen)
Dr. Achim Brunnengräber Projekt „Global Governance und Klimawandel“
FU Berlin
Wilson Budde-Iser (Königswinter)
Ulrike Chini (Bonn)
Dr. Wolgang Christian stellv.Vors. Oekobau Nord-Süd e.V. (Offenbach/Main)
Dr Peter Clausing Romero – Netzwerk (Grupo Bieberach, Red de Comite´s
Solidaridad con America Latina ´Oscar A. Romero` en Europa)
Wolfgang Collmer kfm. Angestellter, ehem. Vorstandsmitglied der Aktion Selbstbesteuerung, Mitgründer von DEAB(Bad.-Württ) (Stuttgart)
Dr. med. Ulrike Ochs Dramé ehemaliges Mitglied der "Aktion Selbstbesteuerung" (Dakar/Senegal)
Wolfgang Dominik (Bochum)
Pfr. Hartmut Dreier (Marl)
Almuth Dreier, Pädagogin (Marl)
Anke Dreier, Lehrerin (Marl)
Wiebke Dreier, Theologin und Betriebswirtin (Berlin)
Werner Eisbrenner, Ökumenereferent (Marl)
Ralf Engelbrecht-Schreiner (Gütersloh)
Dr. Olaf Ermisch, Arzt (Marl)
Rolf Euler, Bergmann (Recklinghausen)
Dr. Sabine Fehrenschild (Neuwied)
Angelika Finck, Qualitätsbeauftragte (Moers)
Reinhard Finck, Lehrer (Moers)
Pfr. Paul Freialdenhoven (Neuwied)
Martina Fuchs (Fulda)
Brigitte Gärtner-Coulibaly Dipl. Pädagogin (Herford)
Hermann Gendrisch, Lehrer, Mitglied des AKE e.V. (Übach-Palenberg)
Pfr. Achim Gerhard-Kemper (Essen)
Ulrich Grober, Journalist (Marl)
Guido Groß, Dipl.Theol. (Koblenz)
Friedrich Grotjahn, Theologe und Journalist (Bochum)
Dr. Ulrike Hanemann, Consultant (Hamburg)
Heike Hansen, Sozialökonom (Hamburg)
Brigitte Hausschild (Berlin)
Pfr. Dr. Rolf Heinrich (Gelsenkirchen)
Detlef Henke (Köln)
Frieder Hirsch, Supervisor (DGSv) (Dortmund)
Jana Höhn, Reiseverkehrsfrau (Bonn)
Pfr. Michael Höhn, Pfarrer und Autor (Wiehl)
Monika Höhn, Autorin (Wiehl)
Margarete Holtgreve-Jablonowski, Lehrerin (Bochum)
Ute Hüttmann M.A., Journalistin und Medienwissenschaftlerin (Marl)
Friedel Hütz-Adams (Köln)
Friedhelm Jostmeier, M.A, Bildungsreferent (Vlotho)
Andreas Junk (Fulda)
Pfr. Christoph Keienburg (Paderborn)
Dr. Dieter Kinkelbur, Sozialwissenschaftler (Münster/W)
Paul Klein, Pax Christi (Koblenz)
Lutz Kliche, Entwicklungssoziologe (Diedorf)
Martin Klupsch (Bonn)
Pfr. Jürgen Klute (Herne)
Irene Knoke (Bonn)
Egon Koch, Autor (Hamburg)
Rolf Köhler–Friedrichs, mag.theol. (Ubstadt)
Jens Jürgen Korff, M.A. BUND (Bielefeld)
Thomas Krieger, Sozialwissenschaftler (Bochum)
Prof. Dr. Michael Krummacher (Bochum)
Ruben Kurschat, Trainer und Moderator (Berlin)
Kerstin Lanje (Hamburg)
Dipl.-Theol. Jutta Lehnert (Bendorf)
Prof. Dr. Jürgen Link (Dortmund)
Prof. Dr. Ursula Link-Heer (Wuppertal)
Axel Lippek, Ev. Erwachsenenbildung Gladbeck-Bottrop-Dorsten
Prof. Dr. Birgit Mahnkopf (Berlin)
Pfr. Dr. Dieter Manecke (Köln)
Dr. Alexandra Manzei, Institut für Soziologie Technische Universität
(Berlin)
Isabel Martin, Lehrerin (Karlsruhe)
Pfr. Klaus Matthes (Essen)
Pfr. Otto Meyer (Münster/Westf.)
Prof. Dr. Peter Meyns (Duisburg)
Pfr. Dr. Reiner Möller (Koblenz)
Dr. Pedro Morazan (Bonn)
Anna Musinszki, Raumplanerin (Dortmund)
Prof. Dr. Wolf-Dieter Narr (Berlin)
Matthias Naumann, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für
Regionalentwicklung und Strukturplanung (Erkner bei Berlin)
Oliver Neß (Hamburg)
Anja Neudeck, ehrenamtliches Mitglied im Adivasi-Tee-Projekt, Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universitätsklinik Düsseldorf.
Gundula Neuscheler, Dipl. Pädagogin (Reutlingen)
Thorsten Nilges ehrenamtliches Mitglied im Adivasi-Tee-Projekt, Student der Politikwissenschaft an der Universität Duisburg-Essen
Pfr. Dr. Gotthard Oblau (Essen)
Stefan Ofteringer (Köln)
Prof. Dr. Karl Otto (Bielefeld)
Prof. Dr. Bernd Paeschke (Mainz)
PfrIn. Eva Panhoff (Marl)
Almut Pape (Hannover)
Dr. Klaus Piel, Arzt (Bochum)
Wolfgang Pohner LAG Frieden und Internationales (Berlin)
Ingo Polch (Koblenz)
Niklas Reese, Theologe und Sozialwissenschaftler (Wuppertal)
Katharina Richter (Düsseldorf)
Pfr. Andreas Riekeberg (Wolfenbüttel)
Margarete Rölz (Langen)
Kerstin Römhildt, MA Projektbegleitung „diversity hamburg“
(Hamburg)
Dr. Martin Sauer, Geschäftsführer (Bielefeld)
Ingrid Schäfer, Pax Christi (Koblenz)
Martina Schauben (Bonn)
Wolfgang Schaumberg, ehem. Betriebsrat OPEL Bochum
Sabine Scherer (Berlin)
Antje Schneeweiß (Bergheim)
Susanne Schneider, Religionspädagogin (Koblenz)
Pfr. Paul Gerhard Schoenborn (Wuppertal)
Pfr. Ingo Schroten (Polch)
Elmar Schulze-Messing (Bonn)
Andreas Schüßler, Dipl.-Päd. (Bielefeld)
Frank Schwarzer, attac-Bielefeld (Bielefeld)
Walter Schwenninger (Tübingen)
PD. Dr. Franz Segbers (Frankfurt/M.)
Dr. Jörg Später, Historisches Seminar Universität Freiburg/Brsg.
Ernst Standhartinger Pfarrer i.R., Aktion Selbstbesteuerung (Weiterstadt)
Dr. Ruth Stanley, wissenschaftliche Mitarbeiterin Internat. Politik OSI
FU Berlin
Prof. Dr. Fulbert Steffensky (Hamburg)
Dr. Elke Steven, Soziologin (Köln)
Pfr. Frieder Stichler (Schramberg)
Sabine Stichler (Schramberg)
Ulrich Suppus (Buch)
Dr. Bingham Tembe, Ethnologe (Recklinghausen)
Pfr. Ton Veerkamp (Berlin/Lemgow)
Gesa Vögele (Köln)
Dirk Vogelskamp (Köln)
Prof. Dr. Manfred Walz (Bochum)
Renate Wangelin, Personalleiterin (Bochum)
Pfr. Roland Wanke (Marl)
Carina Weber, Geschäftsführerin des Pestizid Aktions-Netzwerkes
e.V. (PAN Germany)
Ingeborg Wick (Bonn)
Dr. Markus Wissen, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für
Regionalentwicklung und Strukturplanung (Erkner bei Berlin)
Christiane Wittstock Pesticide Action Network Asia and the Pacific (PAN
AP), Penang, Malaysia
Dagmar Wolf, Dipl.Päd, Eine-Welt Promotorin bahnhof langendreer (Bochum)
Karsten Wolff, Pesticide Action Network Asia and the Pacific (PAN AP),
Penang, Malaysia
F.d.R.
Hartmut Dreier, Pfr.i.R.
Schumannstr. 6
45772 Marl (Ruhrgebiet/Westfalen)
Tel.: (02365)4 20 76
Fax: (02365)2 07 18 07
Email: dreier.marl[at]freenet.de
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